15 Jan

Die Jungfernfahrt der Titanic II

Brief von Jean-Claude an Ernst-August

Berlin, 9. April 2018, später Abend auf der Richthofen-Baptiste-Residenz

Mon trés cher ami Ernst-August,

Dein Diener Jakob sagt mir gerade am Telefon, dass Du nicht zu Hause weilst und er nicht wisse, wann Du wieder zurück sein würdest. Ich hoffe doch sehr auf Deine unverzichtbare Gesellschaft an meinem ersten Hochzeitstag morgen mit Josefine.

Das „hohe Fest”, das wir vor einem Jahr gefeiert haben – was für eine Farce. Nicht nur, dass sie mich direkt an unserer Hochzeit mit ihrer Jugendliebe betrog, was schließlich zu dem Desaster in Tromsö führte. Nein, das Jahr hielt noch weit mehr Überraschungen bereit. Und obwohl sie es versprochen hatte, konnte sie nicht aufhören damit, alles und alle zu manipulieren. Sie erträgt meine Menschlichkeit nicht. Hätte sie mit mir darüber geredet, ich hätte sie sogar verstanden. Sie ist noch so jung und will doch Königin sein. Ich weiß, dass sie meine Unterstützung braucht, die ich ihr doch schon immer gegeben habe. Aber mich ihrem Willen zu unterwerfen, zu versklaven … nachdem, was wir hinter uns haben. Das Gespräch im Hades. Ihre Beteuerungen … Immer nur so lange, wie es für sie adäquat bleibt. Und dann hat Alex, wie immer, meine geliebte Alex, mich erneut gerettet und den Bann auf sich genommen – was dazu führte, dass Björn in seiner Kurzsichtigkeit das Schwert der Hoffnung dem Untergang preisgab. 

Und jetzt soll also ein Jahr dieser Ehe „gefeiert” werden. Natürlich mit einem rauschenden Fest, darunter geht es nicht. Wie es sich für einen liebenden Gatten gehört, habe ich ihr einen Diamanten besorgt. Und nicht irgendeinen: Den Hope-Diamanten. Passenderweise wurde er im 17. Jh. von einem Namensvetter, Jean-Baptiste, in Indien gefunden. Angeblich soll der blaue Stein der indischen Gottheit Vishnu gehört haben und als er gestohlen wurde, soll sie alle Eigentümer verflucht haben. Ein treffliches Geschenk. Aber wie ich Josefine kenne, wird sie diesen Fluch einfach über andere bringen …

11. April 2019 Nachmittag auf der Titanic II

Ernst-August, lieber Freund,

schmerzlich vermisst. Ich hoffe, Du bist wohlauf. Jakob konnte immer noch nichts über Deinen Aufenthalt mitteilen. Ich vermute, Deine Gattin geruhte, nach Deiner Gesellschaft zu verlangen.

Es ist doch alles ganz anders gekommen. Ich sitze in meiner Kabine an Bord der Titanic II. Auf der Jungfernfahrt der selbigen. Am anderen Ende dieses elendigen Schiffes hat von Schwarzenberg, dieser widerliche Kretin, seine Kabine. Es kostete einige Mühen, nicht sofort mein Schwert in seinen Unterleib zu rammen. Doch ich greife vor.

Wir versammelten uns gestern in unserer Residenz, um mit unseren Freunden auf den ersten Hochzeitstag anzustoßen. Das wollten wir einen Tag vor der großen Feier tun. Dazu empfingen wir in unserem „Wellness”-Bereich, wie es wohl modern heißt. Josefine konnte so ihre, zugegeben superben, Formen in einem weißen Nichts am besten zur Geltung bringen. Zu unserer illustren Runde gesellten sich Alex, Christine – die Schwangerschaft steht ihr ganz hervorragend, sie scheint von innen her zu leuchten – und ein gewisser Helmut, auch ein Magier, ich glaube ein Praktikant von Alex. Alex hatte ich eine Weile nicht gesehen, wie immer erwärmte ihr Anblick mein Herz. Allerdings kann ich ihre Worte nicht vergessen. Das gezähmte Biest, nicht der Versager. 

Seit ich Mensch bin, sind die vielen Empfindungen, die ständig auf mich hereinprasselnd mehr als verwirrend. Mir war vorher nicht bewusst, wie bezaubernd Sommersprossen auf blasser Haut leuchten können, ohne, dass mich ein Hungergefühl überwältigt. Ich kann diesen Anblick einfach genießen. Ich sehe auch, wie schön ein altes Gesicht voller Falten strahlen kann oder wie wundervoll sich Wolken verformen. Hunger bekomme ich jetzt eher von dem Geruch frischer Brötchen statt von Schweiß – den ich sogar eher als abstoßend empfinde. Aber es ist auch mehr als schwierig, dieses Gefühlschaos zu bändigen. Die Umgebung als Beute, Feind, Verbündeter, nützlich oder uninteressant einzuordnen, vereinfacht ein Weltbild enorm. 

Zurück zum Eigentlichen: unserem Hochzeitstag. Ich überreichte Josefine den 46-karätigen Hope-Diamanten an einer weißgoldenen Halskette – und bekam die Quittung. Auch sie hatte sich ein gar fürstliches Geschenk überlegt. Einen Anzug aus feinstem Leder mit Drachenschuppenoptik – und auf dem Rücken eine Ziel-Markierung. Die einzige Stelle, an der ich verwundbar bin. Chapeau. Unserem fortwährenden Glück sind keine Grenzen gesetzt.

Die Einladung

Als wir gerade so schön beisammen waren, wurde ein Gast angekündigt. Ein Bote des Winterhofs wie sich herausstellte. Allerdings hervorragend getarnt. Ich glaube, es war Alex, die ihn durchschaute. Dieser Bote überbrachte uns jedem einzelnen eine Einladung – ja, er hatte sogar für Christine und Helmut eine persönlich adressierte dabei – zur Jungfernfahrt der Titanic II. Sie sollte am nächsten Tag starten. Und für Josefine und mich war die Hochzeitssuite reserviert. Ich gebe zu, ich hätte auch einen erneuten Ausflug in den Hades meiner Feier zum ersten Hochzeitstag vorgezogen, so fiel es mir nicht schwer, zuzusagen. Wie sich herausstellte, war die Gastgeberin eine gewisse Elizabeth Stuart – ob nur der Name an die Winterkönigin aus dem 17. Jahrhundert erinnerte? Nach einigem Hin und Her sagten wir alle zu.

Christine schien ein wenig verängstigt ob der Namensgebung des Schiffes und wollte von mir alle möglichen Zusagen für ihre Sicherheit. Ach, schwangere Frauen und ihre Eigenarten – man muss sie lieben. Um des lieben Friedens Willens rief ich schließlich bei Monoc Security an und wurde mit einem gut gelaunten Odin verbunden. Ich erfuhr mehr als staunend, dass auch dieser auf der Jungfernfahrt dabei sein würde. 

1. Tag: Gefährlicher Reiseantritt

Am nächsten Tag trafen wir uns erneut bei uns, um von hier gemeinsam zu starten. Außer Josefine und mir fuhren Alex, Christine und Helmut mit – ein Auto mit fünf Angestellten vervollständigte die Entourage. Doch kaum waren wir gestartet, überfiel Josefine ein unerklärliches Unwohlsein, ja fast Angst. Sie meinte, sie spüre etwas, das sie verfolge. Bevor wir halten konnten, spürten das auch andere – und plötzlich wurde unser Fahrer verletzt. Aus dem Nichts heraus. Wir konnten gerade noch anhalten und sprangen aus den Fahrzeugen, doch wir konnten unseren Angreifer nicht sehen. Diesem Helmut gelang es schließlich mit Magie, das Licht um den Angreifer irgendwie zu beeinflussen und wir konnten so wenigstens eine Art Umriss wahrnehmen. Auch Alex legte etwas über sie. Doch half das unseren Angestellten nicht, die alle angegriffen und brutal ermordet wurden. Wir kehrten umgehend zurück, nur um auf unserem Anwesen zu erfahren, dass auch dort ein Überfall stattgefunden hat. Alex besaß die Geistesgegenwart, einen Schutzkreis zu errichten, in dem wir alle, auch das Personal, Platz fanden. So hörten die Angriffe innerhalb dieses Kreises auf.

Helmut war indessen wohl zu einer Dönerbude gelaufen – das sind diese Imbiss-Häuschen mit traditioneller türkischer Küche, die tatsächlich ganz hervorragend munden kann – anscheinend kann Helmut aus den Ergebnissen dieser türkischen Kochkunst Wahrsagemagie entwickeln. Doch auch dort kam es zu blutigen Übergriffen wie er später berichtete. Die Magier konnten schließlich erkennen, dass auf der Einladung ein starker Schutzzauber von Mab lag, der erklärte, warum wir selbst keinen Schaden nahmen. So beschlossen wir, niemand anderen mehr in Gefahr zu bringen und augenblicklich durch das Niemandsland nach Dover aufzubrechen, wo das Schiff vor Anker lag. Unser Personal blieb einstweilen im Schutzkreis zurück. 

Titanic II: Unvermutete Gäste

Als wir letztendlich auf dem Schiff ankamen, erwartete Alex eine weitere Überraschung: Magier vom Weißen Rat waren anwesend und unterzogen alle Passagiere, die auf das Luxusdeck wollten, einer genauen Prüfung. Doch wurden wir als Königspaar standesgemäß empfangen und konnten nicht über eine nachlässige Behandlung klagen – bis wir an Deck von Schwarzenberg trafen, diesen elenden Nekromanten – samt seiner Gefolgschaft. Ich hätte ihm am liebsten sofort seinen widerlichen „Sieg heil”-Gruß mit Metall erwidert – aber wir waren ja Gäste. Doch hielten wir es an Deck nicht länger aus und begaben uns in unsere Suite. Jetzt sitze ich hier, schreibe dir diese Zeilen und weiß noch nicht, was der weitere Abend bringen wird. Es soll ein Kapitänsdinner geben, wo wir unsere Gastgeberin kennenlernen sollen. Ich bin mehr als gespannt, was das Ganze soll. Ach, ich vergaß zu erwähnen, dass Alex Pläne von dem Schiff hat, die ihr Björn besorgen konnte – ich nehme an, als Sommerhofangehöriger kann er hier nicht dabei sein. Nicht, dass ich ihn vermissen würde. Jedenfalls ist auf den Plänen zu erkennen, dass sich hier wohl eine riesige Konstruktion befindet, die eine Art fester Beschwörungskreis bildet. Warum und wieso entzieht sich unseren Kenntnissen … noch.

12. April 2019 frühen Morgenstunden auf der Titanic II

1. Abend: Käpt’ns Dinner – Duellforderung

Es ist tiefe Nacht, fast schon morgens. Ich sitze sehr betrunken in meiner Kabine und kann trotzdem nicht schlafen. Ernst-August, es ist … ausweglos. Und das sage ich, der ich Josefine geheiratet habe, meinen Dämon aufgegeben … Aber jetzt. Was für ein abgekartetes Spiel. Als wir abends zum Dinner kamen, erwarteten und zuerst einige weitere Überraschungsgäste. Neben Odin und Sigrun setzen sich uns auf die andere Seite gegenüber: Syltanus, der Drache, daneben Nicodemus Archelone, der Denarier, gefolgt von dem widerlichen Schwarzenberg mit einem Priester. Und das wird dich am meisten interessieren: Auch dein Bruder Karl-Friedrich war dabei. Ja, du liest richtig. Wir befanden uns in einer illustren Gesellschaft von Todfeinden. Und der einzige Grund, warum wir uns nicht alle sofort bis aufs Blut bekämpfen war die Gastgeberin: Mab. Ja, Mab. Die Königin von Luft und Dunkelheit persönlich hatte eingeladen. Und sie sprach das Gastrecht für diesen Abend aus. Du weißt ja, was Mab davon hält, wenn man dies ignoriert.

Und wir waren nur zu einem Zweck hier: Wir sollten ein Ritual durchführen, das ein Tor zu den Outsidern verschließt. Wie es sich anfühlt, wenn die auftauchen, haben wir ja in Berlin erlebt. Ein offenes Tor in diese Welt bedeutet den Tod für zigtausend Menschen. Oder für 3000 Menschen. Denn so viele befinden sich auf diesem Schiff, die wir für das „größere Ganze” opfern sollen, denn es braucht die Lebensenergie von so vielen Menschen, um das Tor zu schließen. Bis auf meine geliebte Gattin ist das für uns undenkbar. Aber auch, dass die Outsider weiter in unsere Welt eindringen. Während des Essens und dem Tanz danach drehten sich meine Gedanken immer wieder wie ein Kreisel um dieses Problem. Im Grunde läuft es darauf hinaus, 3000 jetzt zu töten oder viele Tausende danach sterben zu lassen. 

In meinem Leben habe ich sicher schon mehr als 3000 Menschen getötet. Etwas, was mir früher sehr leichtfiel. Aber jetzt, ohne Dämon, da sehe ich jeden einzelnen Menschen. Jeder ist anders.

Wie zu erwarten, hat die Gegenseite kein Problem damit – doch Mab will, dass wir zusammen entscheiden. Irgendwann ist mir der Kragen geplatzt als Syltanus immer nur Alex anstarrte – da fragte ich ihn, wie viel Energie denn in ihm stecke. Und er antwortete selbstherrlich: Mehr als die von 3000 Menschen. Ich hatte die Nase so voll von all dem Gerede, kein Ausweg – also habe ich Syltanus zu einem Duell gefordert. Sollte er gewinnen, wäre ich das 1. Opfer von 3000 Menschen. Sollte ich gewinnen, wäre er das Opfer. Höhnisch lachend willigte er ein.

Jetzt sitze ich hier, nachdem ich eine Menge Alkohol in mich reingeschüttet habe – zusammen mit diesem neuen Magier, Klaus, ach nein, Helmut … Netter Kerl. Hat mich hergebracht. Ich bin wohl erst mal eingeschlafen. Aber jetzt sitze ich hier und bin einfach nur wütend. Verdammt. Ich habe Syltanus auch mit dem Drachentöterschwert nichts entgegenzusetzen.

Meine Gedanken kreisen. Wenn ich falle, wird Josefine allein sein am Königshof. Keine Frage, sie wird es schaffen, das hat sie heute Abend bewiesen. Sie war ganz Königin. Für mich schöner noch als Mab. Und sie strahlte eine ruhige Souveränität aus. Vor dem Abendessen habe ich ihr dann noch mein eigentliches Geschenk zum Hochzeitstag übergeben: die Hochzeitskette meiner Mutter. Sie sah wunderschön damit aus.

12. April 2019 Nachmittag auf der Titanic II

2. Tag: Feinde

Was für ein Vormittag. Ich wollte meinen Kopf auslüften gehen und bin an Deck und dort nur knapp einem Mordanschlag entkommen. Was kann man auch naiv sein. Völlig unüberlegt inmitten unserer Feinde – ich hätte mir auch gleich Josefines Anzug mit dem Zielkreuz anziehen können. Schwarzenbergs SS-Schergen. Zum Glück kam Alex dazu und hat mich – mal wieder – gerettet, sonst läge ich jetzt am Grund des Ozeans. Zurück in der Suite entdeckte Alex Abhörzauber an unserer Tür – und verhinderte einen weiteren Anschlag, was aber trotzdem unsere Tür kostete und die halbe Suite verwüstete. 

Mein Freund, Du fehlst hier massiv.

Mit Dir wären wir lange nicht so unvorbereitet hier. Wir waren noch mitten in unseren Diskussionen, als wir Besuch bekamen: Nicodemus, der Denarier. Ich bin bisher tatsächlich noch keinem Denarier persönlich begegnet. Und Nicodemus soll ja der mächtigste unter ihnen sein. Er war jedenfalls formvollendet höflich – und bot mir eine Münze an. Sehr ruhig hat er meine Chancen zusammengefasst, wie sie jetzt gegen Syltanus stehen: ich habe keine. Ja, das ist allen mehr als bewusst. Mit dem Denarier hätte ich unglaublich wertvolle Hilfe und auch Unterstützung. Denn damit käme ein gefallener Engel, der an meiner Seite wäre. Immer. Ich hatte eine Vision von Kameradschaft und die Wärme, die damit einhergeht. Doch Josefine machte sofort sehr deutlich, was sie davon hielt. Auch Alex war eindeutig dagegen. Dankend lehnte ich ab. Nicodemus nahm die Münze wieder und erklärte, er würde das Angebot noch eine Weile aufrechthalten.

Danach – ich gebe es zu, es ist mir unangenehm, Dir davon zu schreiben – überfielen mich Selbstzweifel und ich schüttete mein Herz Alex aus. Ohne Unterstützung würde ich untergehen – und diese Unterstützung war entweder die Münze oder ich muss versuchen, meinen Dämon wieder zurückzubekommen. Denn als Mensch kann ich nichts gegen Syltanus tun. Ich will meinen Dämon nicht zurück. Jetzt da ich Mensch bin, genieße ich diesen Zustand, als sei ich ständig ein wenig betrunken. Aber wenn ich schon einen Dämon wählen muss, dann kann ich auch den mächtigeren nehmen und die Münze wählen. Alex meinte, wenn ich den Dämon wähle, dann könne ich damit umgehen, sie stehe an meiner Seite. Mit einem Denarier würde ich ein Monster Zugang gewähren, gegen das ich nicht bestehen könnte. Ich hielt wieder dagegen, dass ich allein sei und allein meine Dämonen – welchen auch immer – bekämpfen müsse. Irgendwann platze Alex der Kragen und sie warf mir vor, in Selbstmitleid zu ertrinken und zu vergessen, dass ich Freunde habe, die alles für mich tun, wie zum Beispiel sie selbst. Touché. 

Immerhin haben Christine und Helmut eine interessante Entdeckung gemacht: Syltanus scheint von seinem letzten Zusammenstoß mit Alex noch geschwächt zu sein und muss seinen menschlichen Körper täglich mit Infusionen stärken. Also ist er nicht auf der Höhe seiner Macht. Allerdings ist er auch halb so mächtig noch immer übermächtig für mich.

13. April 2019 früher Morgen auf der Titanic II

2. Abend: Käpt’ns Dinner – Mabs Gastrecht

Der zweite Abend gestaltete sich ähnlich wie der erste. Ein endloses Abendessen, gefolgt von Tänzen. Doch mit einem Unterschied: Von Anfang an herrschte eine eher fiebrige Stimmung. Ich habe sofort dem Alkohol zugesprochen. Mir war alles egal. Irgendwann nahm ich wahr, dass Josefine ausgerechnet mit Schwarzenberg tanzte und sich süffisant lächelnd mit ihm unterhielt. Dagegen hatte Mab Helmut zum Tanzen aufgefordert, der anfangs noch sehnsüchtig zu Sigrun schielte, mit der er die letzte Nacht verbracht hatte. Mab wollte wohl demonstrieren, wer hier die Gastgeberin war. Helmut hatte dann auch nur noch Augen für sie. Ich ging Sigrun auffordern. Zur Abwechslung sollte sie einen richtigen Mann in ihren Armen halten.

Plötzlich wurde Schwarzenberg laut und beleidigte Josefine lautstark und griff sie an. Ich wollte bereits mein Schwert ziehen – da klatschte Mab in die Hände, die Musik verstummte und Schwarzenberg wurde von Eis eingeschlossen. Lächelnd wies sie auf das Gastrecht, das sie hier ausgesprochen hatte – und schnippte dann mit ihren Fingern. Und Schwarzenberg zersprang in Tausende von Eissplitter. Hut ab vor meiner Frau, sie hatte Schwarzenberg dazu gebracht, Mabs Gastrecht zu ignorieren. Meine geliebte Schlange. Danach spielte die Musik noch viel lauter auf und irgendwie war dieser Ausbruch an Gewalt wie ein Vorspiel. Noch auf der Tanzfläche fielen Sigrun und ich übereinander her. Mab verschwand mit Helmut und den Rest verlor ich aus den Augen. Irgendwann wachte ich in Sigruns Bett auf. Mein Körper fühlt sich an, als hätte ich tagelang Schlachten geschlagen. Lange habe ich keine solchen Schmerzen mehr gefühlt. Ernst-August sei gewarnt, falls du dir einmal eine Walküre als Bettgefährtin wählst. 

Ich sitze jetzt wieder in meiner Suite und schreibe dir diese Zeilen. Ich habe mein Schwert in diesem ganzen Lusttaumel in Mabs Ballsaal vergessen, doch mir ist so, als hätte Alex das Schwert mitgenommen. Wie immer die Besonnene.

13. April 2019 Nachmittag auf der Titanic II

3. Tag: Verzweiflung

O mein Freund, die Katastrophe ist eingetreten. Mein Schwert wurde gestohlen. Jetzt habe ich Syltanus nichts mehr entgegenzusetzen. Josefine hat die Nacht mit dem Priester dieses elenden Schwarzenberg verbracht, um mehr über die Machenschaften herauszubekommen. Sie hat herausgefunden, dass Schwarzenberg anscheinend einen äußerst starken Diebstabszauber gewirkt hat. Doch bevor sie mehr erfahren konnte, ging der Priester auch schon in Flammen auf – Syltanus hat ihn getötet. Er ist jetzt in dem Besitz des Schwertes. Alle wahnzitzigen Hoffnungen sind dahin. Ohne Schwert kann ich mich direkt zur Schlachtbank führen lassen.

Ach, noch eins, das Dich interessieren wird: Schwarzenberg hatte das vierte Buch Kemmlers in seinem Besitz, das Alex an sich genommen hat.

Wir haben darauf eine Menge Diskussionen geführt. Eine Unterredung mit Odin war auch dabei. Alex fragte ihn, ob er Loki damit beauftragen könne, für uns das Schwert zurückzuholen. Doch er konnte uns nur anbieten, einen Kontakt zu ihm zu vermitteln. Dafür wollte er aber auch das Buch Kemmlers haben. Ich hätte es ihm für weit weniger gegeben, immerhin traue ich ihm mehr, als fast jedem. Doch besonders Helmut wollte davon nichts wissen, aber auch den anderen war es nicht genug. Es ging ja auch nicht um ihr Leben … Alex hat das Buch jetzt verbrannt, also besteht keine Hoffnung mehr, um diese Hilfe zu bitten.

Immerhin habe ich für Christine ein Schutzamulett bei Odin in Auftrag gegeben, damit sie hier an Bord nicht verletzt wird. Sie ist schließlich nur ein Mensch zwischen all den … Monstern. Dafür hat Odin jetzt einen Gefallen bei mir offen. Bei Josefine auch, die für sich auch ein Schutzamulett geordert hat.

Danach kam Nicodemus noch einmal vorbei, um mir die Münze erneut anzubieten. Plötzlich hatte ich wieder eine Vision, wie ich mit Kameraden zusammen auf dem Schlachtfeld stehe, wie wir hinterher gemeinsam am Lagerfeuer sitzen, die Gesellschaft der anderen genießen. Wie Brüder, die alles miteinander teilen. Mich überfiel eine tiefe Sehnsucht. Nie mehr allein. Eine Gemeinschaft, wie sie nur unter Männern möglich ist. Dazu eine Macht, die ihresgleichen sucht. Ich würde Syltanus zerquetschen. Diesmal fiel es mir schwerer, die Münze nicht anzunehmen. Doch als ich Nicodemus auffordern wollte, sie wieder mitzunehmen, kam er mir zuvor. Er erklärte, dass er mir die Münze einfach leihweise überlasse und ich könne mich auch noch später dafür entscheiden. Wenn ich sie doch nicht wolle, könnte ich sie immer noch zurückgeben. Damit ließ er die Münze auf dem Tisch liegen und ging. Ich packte die Münze in ein Taschentuch und steckte sie ein.

Und wieder waren wir kein bisschen weitergekommen. Helmut hatte schließlich die Idee, eine Schiffskapelle aufzusuchen. Ausgerechnet. Aber du wirst das Ausmaß meiner Verzweiflung erkennen, lieber Freund, wenn ich Dir sage, dass ich zustimmte. Auch Christine kam mit. Josefine war kurz nach Nicodemus’ Besuch gegangen, Alex auch.

Also saßen wir zu dritt in einer wirklich charmebebfreiten Schiffskapelle. Nun, hier sollte wohl jeder seinen Gott finden, ohne dabei von schmückendem Beiwerk gestört zu werden. Und tatsächlich hörte ich mich plötzlich beten … Sagen wir, ich fing an „Gott” Vorwürfe zu machen. Wo war er denn, wenn man ihn mal wirklich brauche, wenn 3000 Menschenleben auf dem Spiel stehen, das wäre doch mal ein guter Zeitpunkt, sich blicken zu lassen. Aber nein, er würde sich ja immer schön heraushalten. Genau wie damals, als mich meine Familie auf mein Leben als Weißer Vampir vorbereitete … Am Ende schrie ich fast. Doch da stand auf einmal ein kleines Mädchen neben mir. Es wollte ein Eis essen gehen. Irgendwie schien das genau das Richtige zu sein. Auch Helmut und Christine kamen mit. Es hatte etwas seltsam Tröstliches, in dem kleinen Café zu sitzen und dem Mädchen beim Eisessen zuzusehen – und dann heiße Schokolade zu trinken. Etwas, das ich seit Kindestagen nicht mehr getan habe. Rahel, so hieß das kleine Mädchen, war wirklich entzückend. Es versicherte mir, wie lieb es mich habe.

Als wir drei danach zusammen zur Suite zurückgingen, waren wir alle ruhiger und ich legte die Münze leichten Herzens in den Tresor. Nicht einmal die Tatsache, dass Alex meine geliebte Gattin dabei beobachtet hatte, wie sie mit Syltanus ein Abkommen geschlossen hat, konnte mich aus meiner Gelassenheit reißen. Josefine hat den Drachen dazu bekommen, mich aus dem Duell zu entlassen, wenn diese im Gegenzug alles dafür tut, dafür zu sorgen, dass die Magier am Ritual teilnehmen. Aber ich will ja gar nicht aus dem Duell entlassen werden. Ich weiß, Josefine sorgt sich. Aber den Tod von 3000 Menschen zu verantworten, nein, das kann ich auch nicht. Und obwohl wir keinen Plan mehr haben, bin ich gerade sehr zuversichtlich, während ich Dir diese Zeilen schreibe. Wir müssen uns bereitmachen, für den 3. Abend.

14. April 2019 Tagsüber auf der Titanic II

3. Abend: Winterritter

Mein Freund, Du wirst es ja mitbekommen habe, ich bin wieder Mabs Winterritter. Glaube mir, ich bin so überrascht wie Du. Aber der Reihe nach.

Der letzte Abend brach an, wie die anderen auch. Zuerst das Menü, danach der Tanz. Doch die Stimmung blieb gedrückt. Alles war wie unter einer Schneedecke, leise und gedämpft.

Ich selbst hatte einen Entschluss gefasst. Als es soweit war, forderte ich Mab zum Tanz auf. Ich fragte sie, nach meinem Dämon. Am Anfang des Tanzes schien sie geistesabwesend. Doch als sie verstand, dass ich sie um ein Geschäft bat, gab sie mir zu verstehen, dass sie ihren Winterritter zurückhaben wollte. Ich willigte ein. Sofort verschwand der Ballsaal um uns herum und ich lag mit Mab auf dem Tisch. Nun, Du und die gesamte übernatürliche Welt wart ja Zeuge …

So auch die Gesellschaft im Ballsaal. Wie mir später berichtet wurde, tanzte Alex da gerade mit Syltanus, als alle mitbekamen, was geschah. Syltanus soll vor Zorn geglüht haben und hat Josefine Paktbruch vorgeworfen. Damit löste er offensichtlich einen Fluch aus, der Josefine traf, da diese ja einen bindenden Vertrag mit ihm eingegangen war. Doch wurde der Fluch von Odins Schutzamulett aufgehalten, war aber so stark, dass er die Walküre umwarf, die wohl irgendwie an den Schutz gekoppelt war. Was können wir froh sein, dass Josefine so weitsichtig war, für sich einen Schutz zu beschaffen.

Ich hingegen verbrachte die Nacht auf dem Steintisch. Am Morgen danach schlug mich Mab erneut zu ihrem Ritter – selbst als Winterritter merke ich den Schlag noch immer. Und sie übergab mir ein Schwert. Grimfang. Und erklärte mir, wie ungehalten sie wäre, sollte ich das Duell nicht gewinnen.

Ich sitze jetzt wieder in meiner Suite. Die Karten sind neu gemischt. Josefine ist nicht erfreut. Sie wirft mir vor, dass ich sie alleine lasse. Meine Zusicherung, dass ich ihr auch als Winterritter zur Seite stehen würde, stimmte sie kaum milde. Ja, den Königstitel kann ich nun nicht mehr tragen. Kein Mann kann zwei Königinnen dienen. Aber ich werde es versuchen. Eben kam Nicodemus vorbei und hat die Münze geholt. Er fand meine Entscheidung bedauerlich.

14. April 2019 spät auf der Titanic II

4. Abend: Das Duell + das Ritual

Der letzte Abend brach an. Wir gingen ein letztes Mal zusammen zum Ballsaal, der sehr viel größer als vorher war, eindeutig für das Duell vorbereitet. Ich hatte meinen Winterritter-Rüstung mit Mantel angelegt – so schritt ich zu Mabs Tisch und verbeugte mich vor meiner Königin. Als Gunstbeweis übergab sie mir ihr Tuch – und danach habe ich Syltanus erschlagen. Gleichzeitig haben die Magier das Ritual durchgeführt und so tatsächlich das Tor zu den Outsidern unter einem Eisberg verschlossen. 

Interessantes Detail: Das Ritual war damals beim ersten Untergang der Titanic bereits durchgeführt worden – doch war der Eisberg mittlerweile geschmolzen. Deshalb musste das Ritual erneuert werden. Es scheint, als hätte der Sommerhof damit etwas zu tun. Zutrauen würde ich es ihnen.

Ich werde diesen Brief jetzt beenden. Meine besten Wünsche begleiten Dich und ich hoffe, Du bist wohlauf, aber ich nehme an, Mab wollte nicht, dass Du an unserer Seite weiltest. Es wäre wohl zu einfach gewesen … 

Wir werden uns sicher eine Weile nicht sehen. Du weißt ja, wo Du mich finden kannst. Bitte hab’ ein Auge auf Josefine, sie wird jetzt etwas einsam sein. 

Leb wohl mein getreuer Freund.

Dein Jean-Claude

14 Jan

Titanic II

Spielefeld Silvester 2018/2019

28.12.2018: Titanic II (Timo)

Josefine, Jean-Claude, Helmut Schmeißer, Christine, Alex

Einladung von Mab zur Jungfern Fahrt der Titanic II (Southampton–New York), New StarLine Cooperation, Geschäftsführerin Lisa Steward

Auf der Einladung liegen ein Glamour und ein starker Schutzzauber.

Björn will nicht, dass Alex an Bord der Titanic II geht, darf ihr aber nicht erklären, warum er solche bedenken hat. Alex verspricht ihm, nicht an Bord zu gehen, sie will aber trotzdem Josefine, Jean-Claude, Helmut und Christine bis zum Schiff begleiten. Björn gibt ihr Baupläne der Titanic mit, die zeigen, dass das Schiff ein gigantischer schwimmender Ritualkreis ist, in dem Orichalcumleitungen verbaut wurden.

Bei der Anreise am nächsten Tag, wird die Gruppe im Wagen von Josefine und Jean-Claude von einem Outsider überfallen. Eine Menge Menschen sterben, bis sich die Gruppe in der Villa in einem Schutzkreis verschanzen kann. Helmut war derweil eigene Wege gegangen und musste ja unbedingt noch in einen Dönerladen. Das hat noch mehr Menschen das Leben gekostet. Durchs Nevernever reist die Gruppe schließlich in die Nähe von Southampton. Dort stiehlt sie ein Taxi (rettet so vermutlich dem Fahrer das Leben) und kommt schließlich am Anleger an. Dort überprüfen der Gatekeeper und Ebenezar McCoy die Passagiere, sind aber nicht bereit Alex mehr Informationen zu geben. Alex telefoniert mit Björn, schildert die Situation und lässt sich von ihrem Versprechen ihm gegenüber entbinden.

Am Abend beim Captain´s Dinner:

Reinold von Schwarzenberg (Nekromant) + ein Priester (Nazi)

Karl-Friedrich von Schaumburg-Lippe (Schwarzer Vampir und Bruder von Ernst-August)

Syltanus (Drache)

Nicodemus Archleone (Denarier)

Donar Vadderung

Sigrun Gard

Die 3000 Passagiere sollen geopfert werden, um ein Outer Gate (ehemals in einem Eisberg verschlossen, jetzt aufgetaut) erneut zu verschließen. Es geht nicht um das Ob, sondern um das Wie und den Konsens der zwölfköpfigen Gruppe. Während des Captain´s Dinners herrscht Mabs Gastrecht. Alle halten sich vorbildlich daran, sogar Alex ist ernsthaft bemüht.

Am nächsten Tag verüben zwei Nazi-Soldaten ein Attentat auf Jean-Claude: einer versucht ihn über Bord zu werfen, der andere schießt auf ihn.

Auf Josefines und Jean-Claudes Kabinentür entdeckt Alex drei Abhörzauber. Schwarzenberg schickt daraufhin 20 shifts „durch die Leitung“, es zerlegt die Kabinentür, aber das Gros kann in die Orichalcumleitungen der Schiffsstrulktur abgeleitet werden. Dann wird der Kabinensafe gesprengt, aber niemand wird verletzt.

Archleone kommt und bietet Jean-Claude eine Münze an, der lehnt ab.

Helmut geht ins Unterdeck und nimmt Kontakt mit den magisch sensitiven Schiffsratten auf.

Beim zweiten Captain´s Dinner bricht Schwarzenberg das Gastrecht, als er Josefine angeht. Mab friert ihn ein und er zerbricht.

Christine wird von Nicodemus abgeschleppt, aber Alex kann schlimmeres verhindern, indem sie Christine an ihr Ungeborenes erinnert.

Jean-Claude hat Sex mit Sigrun, Helmut mit Mab, Josefine mit dem Priester.

In Schwarzenbergs Kabine findet die Gruppe das Vierte Buch Kemmlers. Alex nimmt das Buch zunächst an sich, um etwas zum Handeln zu haben, zerstört es aber später, damit es nicht in falsche Hände gelangen kann.

Jean-Claude fordert Syltanus zum Duel: Wenn Syltanus gewinnt, werden die Passagiere geopfert, wenn Jean-Claude gewinnt, wird das Outer Gate mit Syltanus Kraft geschlossen.

Jean-Claude nimmt den Mantel des Winterritters freiwillig an.

Archleone lässt in Jean-Claudes Kabine eine Münze zurück. Nur so als Angebot. Er muss sie ja nicht aufnehmen.

In der Schiffskapelle treffen Jean-Claude und Christine auf ein Kind, dass ihnen vermittelt, die Hoffnung nicht aufzugeben.

Am Ende wird Syltanus von Jean-Claude besiegt und seine Kraft wird in den Ritualkreis der Titanic II eingespeist. Das Ritual verschließt das Outer Gate.

[Leider sind meine Notizen sehr spärlich, was dem ganzen Drama des Szenarios Unrecht tut.]

07 Jan

Miracle Day – In den Tiefen des Hades

[31.12.2017 – 01.01.2018, im Naturfreunde Haus Ebberg/Schwerte]

Jean-Claude Babtiste, Josefine von Richthofen, Quentin Zagreus, Gracie Pendragon, Björn Hansen

Jean-Claude, Josefine, Quentin Zagreus und Gracie treffen sich in einem der letzten, noch im Besitz des Weißen Hofs befindlichen Clubs in Berlin. Gracie ist die neue Angestellte für magische Belange von Josefine für die Zeit, in der Alex mit ihrer Buchführung beschäftigt und praktisch nicht erreichbar ist.

Inzwischen gibt es wieder 25 Weiße Vampire in Berlin, und alle sind damit beschäftigt, die abtrünnigen oder verlorenen Vasallen und Besitztümer von Jean-Claude und Josefine zurück in die Familie zu holen. Auch Pierre, der mundane Sicherheitschef, war in einem solchen Auftrag unterwegs, als er an den Tisch von Jean-Claude und Josefine tritt und ihnen einen Ordner mit einer stattliche Münzsammlung übergibt. Die Münzen sind geschätzt 500.000 Euro wert und stellen die Wiedergutmachung eines polnischen Clubs (“Blue Bell”) da, der das Interregnum des Jade-Hofs zu seinem eigenen Vorteil ausgenutzt hatte. Die Freude über die Münzen wärt nur kurz, denn im nächsten Augenblick bemerkt Josefine alarmiert eine Gestalt, die hinter Zagreus steht. Dabei handelt es sich um einen jungen Mann in Griechischer Kriegerrüstung, der erst bemerkt, dass man ihn sehen kann, als sich aller Augen am Tisch auf ihn richten. Mit offensichtlicher Irritation und leicht hektisch versucht der junge Krieger einen Rückzug in die solide Wand des Clubs, von der er jedoch unwürdig zurückprallt. Später wird sich erklären, dass er versuchte ins Nevernever zu wechseln, was ihm wegen der geschlossenen Grenzen nicht gelang.

Zagreus stellt den jungen Krieger zur Rede. Es stellt sich heraus, dass es sich um den jüngsten der Korybanten namens Euripides handelt, der Wachdienst an Zagreus’ Seite hatte, als die Verbingung zum Nevernever (und damit auch zu seinen Korybanten-Kameraden) gekappt wurde.

Derweil öffnet Gracie ihr Drittes Auge und betrachtet sich Zagreus und Euripides genauer. Sie sieht Zagreus in seiner Wahren Gestalt, erkennt die silberne Kette, die ihn mit Euripides verbindet sowie mehrere abgeschnittenen Ketten, die noch an Zagreus Gürtel hängen. Diese Ketten verbanden Zagreus bis vor kurzem mit den Halsreifen seiner anderen Korybanten, wie man an Hand der noch intakten Verbindung zu Euripides deutlich schließen kann. Zudem nimmt Gracie dichte Efeuranken wahr, die Zagreus fast vollstängig umhüllen und die intrusiv auf ihn einwirken. Unter größten Mühen gelingt es Gracie ihr Drittes Auge zu schließen, ihre magische Wahrnehmung bleibt jedoch für einige Zeit geblendet.

Als sich der Trubel um Zagreus, Euripides und Gracie legt, bemerkt Jean-Claude, dass sich der Ordner mit der Münzsammlung von selbst aufgeblättert hat. In der Mitte der aufgeschlagenen Sammelhülle ist ein Denarius eingesteckt. Im nächsten Augenblick fährt vor dem Club ein Kleintransporter in ein paar parkende Autos. (Später wird sich herausstellen, dass ein geplatzter Reifen zu diesem ungeplanten Crash geführt hatte.) Ein Brandsatz wird in den Club geworfen, den Jean-Claude geistesgegenwärtig zurück werfen kann. Jean-Claude wirft sich in das sich entwickelnde Kampfgeschehen vor dem Club, es wird geschossen, der Transporter steht in Flammen. Am Ende können die Angreifer überwältigt werden. Zwei Menschen sterben bei der Attacke: ein Sicherheitsmann von Jean-Claude und einer der Angreifer. Die gefangenen Angreifer (Sicherheitsleute des “Blue Bell”-Clubs und im Auftrag dessen Chefs unterwegs) sowie die beiden Toten werden in einen gefliesten Kellerraum gebracht. Als die Befragung der Gefangenen noch in vollem Gang ist (und Josefine einen dabei auch tötet), kommen plötzlich die Toten wieder zu sich und winden sich unter unsäglichen Schmerzen.

Dr. Christine Lauterbach wird angerufen und es stellt sich heraus, dass im Krankenhaus ebenfalls die gerade Verstorbenen wieder zu Bewusstsein kommen. Die klassische Nekromantie, die man ja vor wenigen Wochen in Tromsö erleben und erfahren konnte, kann allerdings ausgeschlossen werden. Es fehlt der Trommler und das Phänomen ist zu weitläufig.

Es werden weitere Telefonate getätigt, nach denen klar wird, dass die Grenzen zum Nevernever verschlossen sind. Jeder, der sich im Nevernever aufhält ist jetzt darin gefangen. Zagreus ruft auf Verdacht seine Mutter Persephone an. Zu seinem Erstaunen erreicht er sie unter einer Firmennummer von Monsanto in Düsseldorf. Persephone sagt ihm, dass sie ebenfalls im Diesseits gestrandet sei und wie ernst die Lage sei, denn von ihrer Mutter Demeter weiß sie, dass der Olymp leer ist. Zeus ist verschwunden.

Die Helden beschließen nach Zeus im Hades zu suchen. Sie deklarieren, dass es neben den Zugängen zum Hades durch das Nevernever auch noch mundane Zugänge geben muss, da sonst z.B. Orpheus (ein mundaner Sterblicher) nicht hätte in den Hades gelangen können. Ein solcher Zugang befindet sich in der Nähe des Völkerschlachtdenkmals. Die Helden machen sich auf den Weg. Der Denarius, die Münze Fatasriels, des gefallen Engels der glücklichen Fügung, wird mitgenommen.

Keine Viertelstunde später geraten sie mit ihrem weißen Mercedes-SUV auf einer dreispurigen Ausfahrtstraße in einen Stau. Unter einer breiten Brücke kommt der SUV endgültig zum Stehen. Kläffende Hunde lenken die Aufmerksamkeit auf einen unbeschrifteten Kühl-LKW, der ein paar Wagen weiter vor den Helden zum Stehen gekommen ist. Die Situation eskalliert, als ein bewaffneter Jäger die Nerven verliert und seinen Hund sowie den Fahrer des Kühl-LKW zu erschießen droht. Angetrunkene junge Männer, die ein Auge auf Josefine geworfen haben und diverse Autofahrer machen die Lage nicht übersichtlicher. Es kommt zu einer Orgie in und am Führerhaus des Kühl-LKW, an der Josefine, Jean-Claude, die fünf angetrunkenen jungen Männer und der Fahrer des Kühl-LKW beteiligt sind. Der Fahrer des Aral-Tanklastzugs, der neben dem Kühl-LKW steht, beteiligt sich eigenhändig in seiner Fahrerkabine.

In diesem Chaos schafft Zagreus Fakten: Er öffnet den Kühl-LKW und findet darin eine dicke Lage Erde sowie sechs Holzsärge vor. Eindeutig Schwarze Vampire. Zagreus holt den Ersatzkanister des SUV, schüttet das Benzin in den Kühl-LKW und zündet es an. Gracie tarnt die Aktion vor den anderen Staustehern mit einem Schleier.

Aus der Lüftung auf dem Kühl-LKW entweichen mehrere auffällige Rauchwolken. Zagreus nimmt die Verfolgung auf und kann in Hundegestalt verhindern, dass zwei Polizisten am Ende der Unterführung von zwei Schwarzen Vampiren überwältigt werden. Jean-Claude und Josefine kommen dazu und machen mit den Schwarzen Vampiren kurzen Prozess. (Hier erkennt Zagreus, dass sich Euripiedes nicht weiter als zwei Schritt von ihm entfernen kann, da die Kette nicht länger reicht. Ansonsten gerät die Anwesenheit des Korybanten immer wieder ganz leicht in Vergessenheit. ) Dieser kurze Kampf wird von Björn beobachtet, der über der Szene auf der Brücke ebenfalls in einen Stau geraten war. Björn hatte gesehen, dass ein Kleinbus aus der Spur ausgebrochen war, gegen einen PKW prallte und dann über das Brückengeländer auf die darunterliegende dreispurige Fahrbahn stürzte. Dieser Unfall bewirkte den Stau, in den Jean-Claudes SUV fuhr. Björn befragt ein paar Zeugen, muss aber erkennen, dass es sich bei dem Unfall wohl einfach um ein Unglück und nicht um eine Attacke oder Ähnliches handelt. Björn ruft Jean-Claude an und man verabredet sich auf einem Pizza Hut-Parkplatz in der Nähe, sobald sich die Staus auflösen.

In der Zwischenzeit kämpft Gracie in der Unterführung ihren ganz eigenen mutigen Kampf: Sie war als einzige beim SUV zurückgeblieben und bemerkt deshalb, dass durch das Feuer im Kühl-LKW brennende Isolierung aus dem Kofferaufbau rund um das Fahrzeugt tropft. Auch auf den Tank des LKW, der ja direkt neben einem Aral-Tanklastzug steht. Gracie klettert auf den Tanklastzug, um einen besseren Überblick zu bekommen und setzt dann einen magischen Schild rings um den Kühl-LKW. Dieser gewaltige Schild verhindet, dass es in der Unterführung zu einer großen Katastrophe kommt, als nämlich der Kühl-LKW schließlich in Flammen aufgeht. Dutzende Menschenleben werden so gerettet.

Im Pizza Hut: Aus den Frachtpapieren des Kühl-LKW und der Befragung des Fahrers im Krankenhaus geht hervor, dass die Schwarzen Vampire von Leipzig nach Berlin in ein Industriegebiet transportiert werden sollten. Das Zielgebäude gehört einer Firma mit Verbindungen zum Roten Hof. In der Umgebung wurden schon häufiger Ghule gesichtet.

Das Phänomen des Nicht-sterben-könnens stellt sich laut TV-Nachrichten als weltweit heraus (“Das Wunder von Melburne”).

Die Helden (jetzt mit Björn) setzten ihre Fahrt zum Völkerschlachtdenkmal fort. Dort angekommen, setzen sie ihren Weg zu Fuß zur “Höllenklamm” fort, in dem sie bequem einem ausgeschilderten Rundwanderweg folgen.

An dem mit einem starken Schleier getarnen Durchgang in die Unterwelt gibt es ein kurzes Intermezzo mit Zerberus, dem dreiköpfigen Wächterhund des Hades. {Hier kriege ich nicht mehr so genau zusammen, wie die Situation gelöst wurde.}

Dann folgen die Helden dem schmalen Pfad durch riesige Höhlen und an bodenlosen Klüften vorbei. Kurz bevor sie den Fluß Styx erreichen, sind die Kavernen dicht gedrängt mit den Seelen der Verstorbenen, die just in dem Moment in die Unterwelt gelangten, als die Grenzen zum Nevernever geschlossen wurden und somit den Styx nicht mehr überqueren konnten. Die Präsenz der unzähligen Seelen lastet auf allen anwesenden Sterblichen, besonders aber auf Björn, der sich weigert weiterzugehen und mit dem Gedanken spielt sich in den Styx zu stürzen. Jean-Claude, nimmt sich seiner an und lenkt Björn erfolgreich von seiner Depression ab. Björn wird nie mehr derselbe sein, vor allem aber ist er keine Jungfrau mehr. Jean-Claude ist sehr zufrieden mit sich und entwickelt zarte freundschaftliche Gefühle für Björn.

Am Ufer des Styx angekommen ist nun nicht klar, wie man ihn überqueren kann, denn das Fährboot liegt am anderen Ufer und der Fährmann Charon ist nicht zu sehen. {Auch hier fehlen mit ein paar Szenen. Ich weiß noch, dass der Denarius aus Jean-Claudes Tasche fiel, dass Gracie ihn haben wollte, dass sie eine Spirit-Evocation gemacht hat, die die Seele ihres Vaters traf, als sich dieser ihr gerade zeigen wollte, dass Josefine irgendwas wirklich cleveres in ihrem Ausrüstungspaket hatte …}

Am Ende ruft Zagreus Styx, die Göttin. Sie lässt das Wasser des Flusses still werden und die Helden wandeln über den Fluss der Unterwelt in das Reich Hades’.

In Hades’ Halle finden sie den Gotter der Unterwelt und Charon, den Fährmann vor. Beide sind hier in ihrem eigenen Reich gefangen. Zagreus erklärt Hades um was es geht und Hades eröffnet ihnen, dass Zeus im Tartaros gefangen ist. Da Hades dort nicht hingelangen kann, ist es an den Sterblichen dorthin vorzudringen. Jean-Claude, Josefine, Björn und Gracie trinken vom giftigen Wasser des Styx, denn nur tot können Sterbliche den Tartaros betreten. Zagreus bekommt Wasser von Hades, um seine Kameraden dort wiederzubeleben.

Im Tartaros wandeln die Helden durch die Höllen, bis sie schließlich das Tor zu einer Dunkelheit finden, die sich in alle Richtungen bis in die Unendlichkeit erstreckt. Hier, an eine gewaltige steinerne Säule gefesselt, finden sie Zeus schlafend vor. Sein Leib ist von goldenen Efeuranken umwunden und er kann nicht geweckt werden. In einem Käfig unmittelbar neben der Säule ist Manfred von Richthofen gefangen, der mit Hohn und Spott Josefine und Jean-Claude begrüßt. Nach einem verbalen Schlagabtausch mit dem gefangenen von Richthofen wird Zeus näher untersucht. Zagreus probiert den Stab Persephones aus, den er aus Hades’ Reich zuvor mitgenommen hatte. Die goldenen Efeuranken können zwar von Zeus’ Körper entfernt werden, aber der goldene Schimmer bleibt auf seinem reglosen Körper. Die Helden kommen zu dem Schluss, dass hier nur ein magisches Ritual helfen kann. Allerdings stellt sich die Frage, woher die Unmengen an Energie kommen sollen, um Heras Bann (der goldene Schimmer) zu lösen. Die Lösung ist originell und clever: Die disfunktionale Beziehung von Zeus und Hera findet ihr Pendant annähernd in der disfunktionalen Ehe von Jean-Claude und Josefine. Kann diese Beziehung bereinigt werden, so kann die dabei entstehende emotionale Energie als Fokus für das magische Ritual genutzt werden, dessen Ziel die Auflösung von Heras Bann über ihren Gatten ist.

In einem magischen Kreis stehend und unter Björns kompetenter Anleitung sprechen sich Jean-Claude und Josefine aus. Und das dauert. Und wird sehr emotional. Und füttert den magischen Kreis mit einhundert shifts of power. Dem magischen Äquivalent von mindestens zwei nuklearen Sprengsätzen. Als Gracie soweit ist und gerade den magischen Kreis um Jean-Claude und Josefine durchbrechen will, um die Energie in ihr Ritual zu leiten, spricht die Gestalt im Käfig, die die ganze Zeit interessiert zugehört hatte. Es ist nämlich nicht Manfred von Richthofen, der neben Zeus in der dunkelsten Hölle des Tartarus gefangen ist, sondern Lucifer selbst. Und richtiger wäre auch die Formulierung, dass man Zeus in Lucifers lichtlosen Kerker neben seinem Käfig gefesselt hatte. Lucifer hält eine Locke von Zeus’ Haaren in der Hand und macht den Helden klar, dass das Ritual sie alle vernichten wird, da sich ein Teil von Zeus außerhalb des schützenden äußeren magischen Kreises befindet. Er will den Denarius, der sich wieder in Jean-Claudes Besitz befindet, gegen die Haarlocke tauschen. Aha, das war also der Plan der Münze. Da erkennt Zagreus (mittels einer legendären Empathie-Probe), dass Lucifer lügt und gar keine Haarlocke von Zeus besitzt. Es kann weitergehen und Gracie leitet die gewaltige Energiemenge in das vorbereitete Ritual. In dem elementaren Sturm, der um die Helden tost, als die magischen Kräfte kanalisiert werden, fällt der Denarius aus Jean-Claudes Tasche. Und rollt auf Lucifers Käfig zu. Wieder hängt der Faden des Schicksals an einem einzelnen mundanen Sterblichen: Björn. Mit einer legendären Athletik-Probe, die Björn wirklich jeden zur Verfügung stehenden Aspekt und fast alle Fate-Punkte abverlangt, tritt Björn knapp vor Lucifers gierig greifenden Fingern auf den Denarius.

Das Ritual hat erfolgreich Heras Bann von Zeus genommen. Zeus wird wach. Und freut sich ungemein seinen Sohn Zagreus zu treffen. Der Junge wird väterlich im Genick gepackt und liebevoll mit Kopfnüssen bedacht. Zagreus mag das – meint Zeus.

Dem göttlichen Allvater wird erklärt was Sache ist. Zeus ist weniger entsetzt, als vielmehr Kummer gewohnt. Hera ist schon ein stattliches, rachsüchtiges Weib, das ist bekannt. Doch dann fällt der Blick des Götterfürsten auf Josefine und siehe da, Hera, die Gattin und Persephones Ränke (oder besser: Ranken) sind vergessen. Die liebliche Josefine, das ist ein Weibsbild ganz nach Zeus’ Geschmack. Stattliche Kinder will der Allvater mit ihr zeugen und Josefine kann sich kaum noch retten. Jean-Claude geht schließlich als guter Ehemann dazwischen.

Dann sind plötzlich alle wieder in Hades Halle. Charon, der Fährmann, hat seine Arbeit wieder aufgenommen. An Hades Tafel wird fürstlich/göttlich aufgetischt. Zeus ist bester Laune. Sein Blick fällt abermals auf Josefine und es wird klar, bald gibt es kein Entrinnen mehr. Da opfert sich Jean-Claude, der Ehemann, für seine Gattin. Zeus zögert nicht lange, räumt mit einem weiten Schwung seines Armes den Tisch vor sich frei und greift sich Jean-Claude. Der Rest ist Geschichte.

 

Epilog:

Am Abend, als Josefine nach Hause kommt, findet sie auf ihrem Kopfkissen die Geschmeide Helenas vor. Die Originale. Die aus dem Museum. Ein Geschenk von Zeus.

Im finstersten Kerker des Tartarus überlegt Lucifer, wie er die intimen Informationen über Jean-Claude und Josefine für seine Zwecke nutzen kann.

 

 

10 Mai

Der Slawische Schutzkreis

Samstag, 6. Mai

 (SL Lena)

Karsten (Peter Zagreus)

Tilo (Bernd Thoms)

Micha (Pater Sebastian: Ritter des Kreuzes)

Katja (Silvia Petermann: Polizistin, die Geister sehen kann)

Eine alte Schulfreundin von Alex, Silvia Petermann1, ruft den Warden zu einem Tatort in der Spandauer Zitadelle. Zwei Tote liegen im Magazinraum des Museums und der Slawische Hausstein (ein Findling) wurde gespalten. Reste eines Denars finden sich auf dem Stein. Die Sicht enthüllt, dass der Denar Achroniels die Zerstörung des Steins verursacht hat. Achroniels Münze ist zerstört und der gefallene Engel wurde von der Münze getrennt. Er ist quasi frei. Der Hausstein wurde mit einem Slawischen Ritual und der Münze gespalten. Die Münze wurde als Antithese zur Hausgottheit verwendet.

Pater Sebastian und Zagreus kommten zum Museum und ebenso ist Bernd vor Ort.

Die zerstörte Münze wurde von der Spurensicherung weggebracht.

In einem Restaurant bespricht sich die Gruppe, als Silvia per Telefon einen weiteren Tatort genannt bekommt: eine tausendjährige Eiche im Schloss Köpenik. Die Gruppe reist durchs Nevernever dorthin um auf jeden Fall vor der Spurensicherung dort zu sein.

Die Eiche wurde ebenfalls mit einer Münze gespalten. Alex bereitet ein Ritual vor, um die entweichende Schutzkraft des Baums aufzufangen, zurückzuleiten und damit den Baum zu retten. Es ist klar, dass der ursprüngliche Schutz nicht erhalten bleibt, aber zumindest wird dieser Teil eines alten Berliner Schutzkreises nicht gänzlich zerstört.

Zagreus verhandelt im Nevernever mit dem Gott der Eiche Berka und wird dessen Champion.

Pater Sebastian, Bernd und Silvia werden als Foki in den Ritualkreis eingebaut, Bernd greift zum ersten Mal auf die Magie des Sommerhofes zurück. (Ritual insgesamt gegen 50 shifts.)

In der Zwischenzeit und unbemerkt wird Pater Sebastian von Achroniel verführt, die ja nicht länger an ihre Münze gebunden ist.

Das Ritual klappt, die Energie wird jedoch dann überraschend von Pater Sebastian gegen die Eiche gelenkt. Silvia stellt sich dem Energiestrahl in den Weg und schütz damit die Eiche. Sie wird so zu einem Emissary des Gottes Berka. Das ganz große Desaster kann verhindert werden, indem Pater Sebastian Achroniel überwindet und wieder die Kontrolle über seinen eigenen Körper gewinnt. Alex hat während des Rituals ein Gespür für den Berliner Schutzkreis bekommen und mit Sebastians Hilfe wird klar, dass sie in die Marienkirche in Berlin-Mitte müssen, da dort die nächste Zerstörung stattfinden soll.

In der Kirche treffen sie auf ein 13-jähriges Kind, das Alex als Josefines und Ernst-August Tochter erkennt. Sie hat die Münze und will damit die Grabplatte Albrechts des Bären zerstören. In einem Flashback wird geklärt, dass Alex dem Baby seinen Wahren Namen gegeben hatte, als sie es nach der Geburt Mab übergab. Das Kind heißt Amalthea. Und als Alex den Namen ausspricht, kann sie zu dem Kind durchdringen. Es kann so verhindert werden, dass Amalthea die Grabplatte zerstört. Grimalkin, der das Kind beschützt/unterstützt versucht Alex daran zu hindern mit Amalthea zu reden, wird aber von Zagreus, Bernd und Silvia aufgehalten. Pater Sebastian übernimmt die Schuld (Schulden) Amaltheas. Das Kind ist wieder vom Einfluss des Denariers Castariel und den Schulden des Winterhofs gegenüber den Denarieren (der Kampf um Stella) befreit. Castariel geht in Sebastian über. Dort sind Achroniel und Castariel nun vereint in einem Körper und Pater Sebastian wird vollständig von ihnen übernommen.

Castariels Münze verschwindet mit Sebastian.

Maeve kommt und holt Amalthea und den Grimalkin ab. Alex raunt Amalthea noch zu, dass sie sich jederzeit an sie wenden könnte, wenn sie Hilfe benötigt.

Alex nimmt das Schwert des Ritters an sich.

Der magische Schutzkreis um Berlin ist deutlich geschwächt.

1 Silvia Petermann und Alex gingen zusammen zur Schule und waren eng befreundet. Silvias Vater war ebenfalls Polizist und ein Freund von Alex Vater. (Verhältnis wie Harry und Murphy.)

06 Mai

Der Schutz von Berlin

SL Lena

In Berlin hat jemand aus dem Winterhof dann erst mit Hilfe eines der beiden Denarier einen slawischen Herdstein in der Zitadelle Spandau zerstört, der eine mystische Schwelle für die Stadt aufgebaut hatte (daher ist Spandau so langweilig), dann in Schloss Köpenick einen heiligen Baum, der denselben Schutz östlich der Stadt aufbaute. Bei dem ersten Ritual wurde der Denarius zerstört und Achroniel freigesetzt.

Der Baum konnte unter großen Opfern eines Sommer-Wechselbalgs (Tilo Hörter) und einer Polizistin (Katja) gerettet werden, während Peter Zagreus (Karsten) mit einem der alten und leider vergessenen Götter Bier trank und Informationen gewann. Der Schutz konnte auf einem niedrigen Level aufgefangen und wiederhergestellt werden; doch Fakt ist, dass ein mystischer Schutz um Berlin vernichtet ist. Achroniel wurde dort in den Körper von Pater Sebastian Michael Teufel (Micha, einem Ritter des Schwertes) aufgenommen, dem es gelang, ihn einzusperren.

Der Show-Down in der Marienkirche am Alex zeigte dann Josefines Tochter, die, mit geschützt und unterstützt von einem Grimalkin, gerade versuchte, die Grabplatte von Albrecht dem Bären ebenfalls zu vernichten. Alex (Susi) trat ihr entgegen und offenbarte ihr ihren wahren Namen, den sie ihr gegeben hatte: Amalthea. Damit drang sie zu ihr durch.

Pater Sebastian (Micha) opferte sich dann, indem er der 13jährigen Amalthea, die der Wirtskörper für Castariel war, auch noch den zweiten Denarier abnahm; das machte den katholischen Priester final zum NSC, der jetzt mit Achroniel und Castariel gleichzeitig im Hirn rumläuft …

Amalthea ging dann mit Maeve, die sie gesandt hatte, die mystischen Orte rund um Berlin für und mit den Denariern zu verunreinigen, wieder nach Hause; denn Maeve ist die einzige Mutter, die Amalthea kennt …

01 Jan

Ware Namen

SL Timo

Oder auch: Die Hölle greift nach dem Winterkind

Vater schenkt Josefine Leibwächter: Ramesh Anar; ein Wehrmensch (originale Form Tiger). Er erweist sich als Beschäftigungsmaßnahme: Ramesh davon abzuhalten, Dummheiten zu begehen, ist legendär.

Alex und Christine Lauterbach (Ärztin auf Abwegen/ohne Grenzen) kommen auf die Spur von Kindern, denen Münzen aus dem Kopf geplatzt sind – der Denarier Achroniel wandert.

Mab liefert ihr Kind Stella an den Haushalt der von Richthofens. Ramesh riecht auf dem Arm der Amme Nicole das Winterkind (Stella) und beschließt, dass es sterben muss, da es ein schlimmes, gefährliches Raubtier ist.

Am nächsten Morgen ist Stella fort, die Amme auch. Josefine setzt alle Hebel der von Richthofens in Bewegung und schaltet Zagreus ein, der ein Privatdetektiv ist. Er will von Josefine als Bezahlung den Aufenthaltsort von Alex, die nach einem Überfall auf ihre und Frau Bikowskis Wohnung untergetaucht ist.

Mit weißer Stretchlimousine treffen Ramesh und Josefine bei dem letzten toten Kind auf die anderen. Hier ist der Gefallene auf einen Rettungshelfer namens Frank gesprungen. Der Denarier spricht, sagt, man käme ihnen dieses Mal nicht in die Quere, das Winterkind würde ihnen gehören.

Recherche ergibt, dass die Partnerin von Achroniel, die er zurückgeholt hat und die nun von Kind zu Kind wandert, Avriel ist, der gefallene Engel der Geburt, der Wahre Namen verleiht (seit dem Fall Castariel).

In der Stretchlimousine: Der Chauffeur ist plötzlich nicht mehr da. Ramesh ruft: „Alle raus!“, doch draußen werden die Fliehenden (Alex, Ramesh, Christine, Zagreus) von Kultisten und Castariel angegriffen, nur Josefine bleibt sitzen. Während sie den Champagner genießt, lässt sie Kultisten mit Blicken vor Lust vergehen. Doch der Chauffeur drückt auf den Knopf der Autobombe und jagt die Limo in die Luft – Josefine wird hinausgeschleudert und ist stark verbrannt. Draußen eilt ihr Ramesh zuhilfe – doch sie versucht sich von ihm zu nähren, um zu heilen, so dass er sich wehrt. Josefine entschwindet in die Nacht.

Im Eisstadion sucht Zagreus mit Alex, Josefine und Ramesh die Hilfe der Winterkönigin Mab. Sie erscheint in einem epischen Auftritt, friert fast alle ein, spricht nur mit Alex. Sie fordert, dass sie Stella zurückholen.

Nachdem sich Josefine ernährt und geheilt hat (sie hat getötet), kehrt sie in die Villa von Richthofen zurück. Sie erwartet der Sekretär; Christine hat versucht, sie zu erreichen. Unter der Dusche kommt ihr etwas komisch vor, sie lässt sich fallen, flieht durch das Haus. Doch der gesamte Haushalt ist umgedreht – Castariel kennt ihre Wahren Namen und hat Befehle eingepflanzt …

Nackte Flucht durch das Badezimmerfenster aus dem eigenen Haus, da Sekretär und Sicherheitschef von Avriel (dem Engel der Wahren Namen) korrumpiert worden sind und auf mich feuern, Kleider suchen, alle Elektronik und Kreditkarten weg, um sich nicht verfolgen zu lassen, neue Kleider aus Laden gestohlen. Josefine steckt der Polizei, in der Villa von Richthofen werde eine dreckige Bombe gezündet, und informiert auch die Presse, damit ihre Familie gewarnt ist. Ihrem Vater meldet sie: „Komm nicht nach Hause. Traue niemandem; nicht mal unseren engsten Vertrauten.“ Später nimmt sie Kontakt zu Goth Elvira aus Prager Internatstagen auf (sie studiert in Berlin), um Safe Haven zu haben, schließlich durch Location Spell von Warden Alex gefunden.

Ritualvorbereitungen (einerseits Ohrenstöpsel gegen den Wahren Namen, andererseits Spiegel, der Angriff von Avriel zurückwerfen soll), beide mit Blut; letzteres Ritual nutzt der Uhrmacher-Denarier, der Alexandras Magie berührt hat, um sie zu korrumpieren und Ramesh fast vollständig zu opfern. Alex entlässt die Kraft des Rituals in den Lastwagen und sprengt dabei fast alles in die Luft, Josefine rettet ihr Leben. Wiederholung des Rituals ohne Blut; mehr Ingredienzen.

Zagreus spioniert den Nazi-Bunker unter dem Tempelhofer Flugfeld aus, in dem der Platz ist, an dem Avriel fiel und zu Castariel wurde. Dort versucht sie, Stella einen Wahren Namen zu geben und für immer zu verderben – und ihr gleichzeitig eine Münze einzupflanzen. Auch Achroniel, der Uhrmacher, ist hier.

Während Zagreus, Alex und Josefine gegen die Höllenhunde und Kultisten sowie den Uhrmacher kämpfen, galoppiert Ramesh in Tigerform hinter Castariel her und fällt über sie her. Auch Josefine folgt, so dass man zur Rechten Zeit kommt, als Aurora und Fix (Summer Lady und Summer Knight) Stella aufheben und Mitnehmen wollen.  Als Castariel stirbt, fliegt die dritte Denarier-Münze im hohen Bogen auf Stella zu; Josefine kann mit einem Power-Slide und dem Schild dazwischen gehen und so verhindern, dass Stella von den Denariern korrumpiert wird. Doch Aurora fordert das Kind.

Als Ramesh und Josefine Mab anrufen, um Hilfe gegen die Summer Lady zu erhalten, erscheint Maeve, dreht eine Runde, sagt: „Ich habe keinerlei Interesse daran, diesem Kind zu helfen“, und verschwindet wieder. Als die Summer Lady erneut das Kind fordert und Josefine es nicht aushändigt, hüllt diese sie in Frühlingsflammen und verbrennt sie fast.

Alex, Zagreus und Christine haben derweilen den Uhrmacher in einem Gefängnis aus den zerlegten Korybanten eingesperrt und schließlich hinter einem Salzkreis gebannt. Alex hat ihn durch ein Mentales Duell bezwungen, er ist zerstört. Als alle Kämpfe beendet sind, haben Ramesh und die anderen alle drei Münzen eingesammelt und in einem Gurkenglas verschlossen. Wohin die Denarier-Münzen gehen, ist nicht geklärt.

Josefine tötet weitere Kultisten, um die schlimmsten Schäden aufzuheben. Der Blick in Alexandras Augen, als sie die Schreie hört, ist voll der bitteren Erkenntnis – die Freundin ist ein Monster.

01 Jan

Eilige Zeit

SL Lena

Oder auch: der erste Denarier in Berlin

Weihnachten in Berlin; am 24.12. leiern “Heilige Nacht”, “Djingle Bells” und “Wham!” im Radio hoch und runter. Am Flughafen Tegel sitzen der letzte Warden Deutschlands, Alexandra Lehmann, der ehemalige GSG-Polizist, jetzt Söldner Heinz Schneider, die Kriegsberichterstatterin Sophia Scholl-Latour sowie die Ikebana-Erschafferin Kim Yuë im Empfangsbereich und warten darauf, Menschen abzuholen (Alex will Frau Bikowski nach Hause bringen, um mit ihr Weihnachten zu feiern). Alle Flüge sind wegen Schneegestöbers Stunden verspätet, eine bierselige Nachbarschaftsatmosphäre entsteht, während anderswo Weihnachten gefeiert wird.

Plötzlich stehen Hunde mitten zwischen ihnen, greifen einen alten Priester im Abflug-Bereich an. Während Alex versucht, gegen die Hunde zu kämpfen, die wie gebeamt schnell von Ort zu Ort springen, erkennt Heinz, dass ein kleines rotes Tentakelwesen den Zeiger der Uhr angehalten hat. Sophia entdeckt einen kleinen Mann mit Backenbart und Brille, der einen grauen Uhrwerker-Kittel anhat. Er scheint die Höllenhunde zu befehligen. Heinz kann im Kampf zwei Kollegen von der Polizei vor den Hunden retten.

Der Priester, Bruder Markus, verstirbt in den Armen von Kim und Sophia, die versuchen, ihn zu behandeln, und spricht gebrochen: „Mün-ze!“, bevor er zusammenbricht. Als Alex ihn mit dem Dritten Auge betrachtet hat, sieht er einen jungen Sämling in einer faulenden Schale aus zerfallendem Humus (wie eine Apfel, dessen Fleisch den Wachstum der Kerne nährt).

Zurück bei Alex finden sie ihre und Frau Bikowskis Wohnungen überfallen und ausgebrannt vor; der Keller ist verwüstet, 5 von 13 Katzen sind tot. Der Troll Susi kann verwundet in einem Müllcontainer einige Häuser weiter gefunden werden. Man entschließt sich zum Rückzug in der Stadtwohnung der Scholl-Latours in Charlottenburg. Heinz stellt Sicherungen und Kameras auf.

Als Kim ihre Ikebana-Schale aus ihrer Wohnung holen will, werden sie erneut von Achroniel und seinen Hunden überfallen (am Kottbusser Platz), jedoch nachdem sie schon in der Wohnung waren. Heinz kann den Höllenhund aus dem Treppenhaus rausschießen, während Sophia dem Uhrmacher hoch zur U-Bahn auf der Hochtrasse folgt. Dort konfrontiert sie ihn und erfährt, dass Achroniel, der gefallene Engel der Zeit, die Spur zu seiner Geliebten (Avriel, nun genannt Castariel) aufgenommen hat und sie aus den Händen des Judasordens befreien will. Die anderen kommen zur Hilfe und retten die Passanten in der Bahn, einer der Hunde ist durch Sophias Gebet verletzlich und wird von Heinz per Kugeln gesprengt.

Über die einzige Nummer in des Priesters Wegwerf-Handy kommt man in Kontakt mit Vater Johannes,  einem viel jüngeren Priester des Ordens des Heiligen Judas. Dieser Orden wurde, so erzählt Johannes, gegründet, um die von der Katholischen Kirche eingesammelten Münzen der Denarier vor dem Zugriff der übrigen Denarier zu schützen. Zweierteams von Priestern sind stets auf Reisen, bleiben nie länger als zwei bis drei Tage an einem Ort, benutzen stets Wegwerfhandys, hinterlassen keine Spuren, nehmen keinen Kontakt auf. Sie wechseln die Münzen per Münzwurf untereinander (sie tauschen sie also nicht regelmäßig), damit nicht einer immer dem Einfluss der Gefallenen ausgesetzt ist.

Man entschließt sich, mit Bruder Johannes eine Falle aufzustellen: Am Platz am Nordbahnhof (ehemals Grenzübergang Bernauer Straße), wo ein Weihnachtsmarkt aufgebaut ist, erschaffen sie mit Kims Hilfe ein riesiges Feng-Shui auf dem Platz. Heinz bereitet sich minutiös zu, und diverse Vorbereitungen werden getroffen.

Schlussendlich kann Alex den Denarier Achroniel töten, doch die Münze wird auf sie zugeschleudert und berührt ihren Magischen Schild. Da Alex die Münze in eine bestimmte Richtung treiben möchte, erschwert sie sich das Manöver zusätzlich und nimmt eine extreme Konsequenz (sie hört Achroniels Stimme).

Heinz bringt den Priester aus der Stadt, um ihm bei der Flucht zu helfen.

Im mundanen Berlin geht man von mehreren Terror-Anschlägen aus, die die Stadt getroffen haben, unter anderem auf dem Weihnachtsmarkt am Nordbahnhof.