03 Jan

Nur eine Sekunde

Von: Lena
Charaktere: Warden Alex Lehman, Winterritter/Weißer Vampir Jean-Claude Baptiste, Stadtmagier Helmut Schmeißer, Ida Johnsson, Zukunftsnorne.
Kurze Auftritte: Warden Ernst-August von Schaumburg-Lippe, Björn Hansen, Dedektiv

Weihnachten 2016 – Auf dem Flachdach des Berliner Nordbahnhofs wehrt Alex im letzten Moment mit ihrem magischen Schild Achroniels Münze ab.


29.12.2021

In Berlin herrscht eine winterliche Kälte mit Blitzeis.

Ida

Ida ist eine junge Frau, die Helmut und Alex vor einigen Jahren trafen, als Idas Tante starb und die junge Frau unverhofft von ihr den Mantel der Zukunftsnorne erbte. Jetzt lebt sie allein in der Wohnung ihrer Tante in Berlin auf der Fischerinsel. Sie sitzt im Schlafzimmer, wo auch der Schicksalsbaum steht. Sie meditiert.

Helmut

Helmut kommt nach Hause in Marzahn – wo ihn ein Schlachtfeld erwartet. Pippa hat sich anscheinend über die ganze Wohnung ausgebreitet. Wütend verlangt er von ihr, dass sie aufräumen soll, worauf sie beleidigt in ihr Zimmer verschwindet. Als er ihr nacheilt, findet er dort ein Jüngelchen in Unterhosen vor. Er bittet diesen höflich, sofort zu gehen – und dieser verlässt auch sofort fluchtartig die Wohnung. Pippa ist völlig empört und es gibt eine Riesenszene.

Alex und Max

Alex trifft bei ihrem Heimkommen auf Max, der ja gerade bei ihr wohnt. Er wartet schon auf sie, denn er hat ungeheure Neuigkeiten: Er hat das Schwert der Hoffnung nicht mehr – er hat einen neuen Träger gefunden. Die Magierin lässt sich von dem Polizisten alles erzählen – wie Maeve Jean-Claude und Matteo in ein Nest in die USA schickt. Dort soll Matteo eine Hexe töten und Jean-Claude auf Matteo aufpassen. Max Eintreffen verhindert es, dass Matteo zum Mörder wird – und dafür zum neuen Träger des Schwertes. Maeve befiehlt daraufhin Jean-Claude, beide Männer zu töten und ihr das Schwert zu bringen. Stattdessen besiegt Max den Winterritter und Maeve nimmt einem schwer verletzten Jean-Claude noch das Schwert ab. The Winter Lady is not amused.

Alex hört sich alles an, auch besorgt, dass Max jetzt kein Schwert mehr trägt, da er sich ja als Träger des Schwerts so viele Feinde gemacht hat.

Jean-Claude

Arktis Tor. Jetzt, kurz nach der Wintersonnenwende, steht Mab im Zentrum ihrer Macht. Sie lässt Jean-Claude rufen, der – ohne Schwert und schwerverletzt (alle Konsequenzen dicht) zu ihr geht. Sie erklärt ihm, dass sie mit ihm in seinem Zustand nichts anfangen könne. Er solle nach Berlin gehen und über sein Schicksal nachdenken. Und erst zurückkommen, wenn er es gefunden habe.

Was Jean-Claude hört, ist: „Mach Urlaub.“
Er beschließt also, Alex zu besuchen – die erst etwas zögerlich die Tür öffnet, weil sie gerade von seinem Kampf mit Max gehört hat. Aber Jean-Claude und Max begrüßen sie wie Bros. Sie tauschen sich noch mal über das Geschehene aus – dann zieht sich Max unvermittelt zurück, bricht aber im Flur zusammen. Alex findet ihn, als er sich gerade übergibt. Das Gespräch mit Jean-Claude hat bei ihm eine schlimme posttraumatische Stressepisode ausgelöst. Alex hilft ihm, sich aufzurappeln und geleitet ihn ins Bad zum Duschen. Jean-Claude schläft erschöpft auf der Couch ein, ohne etwas von der Aufregung mitzubekommen.

Schicksalsfaden

Plötzlich geht ein übernatürliches Beben durch Berlin und Ida, Helmut und Alex werden ohnmächtig.

Ida wird wach und spürt, dass sich etwas verändert: Jemand zupft an einem Schicksalsfaden. Da geht die Tür zu ihrem Zimmer auf und ihre eigentlich tote Tante betritt das Zimmer. Ida ist völlig überrumpelt. Und sie merkt, dass sie nicht mehr im Vollbesitz ihrer Nornenkraft ist – denn jetzt hat auch ihre Tante wieder einen Teil davon.

Helmut kommt zu sich und will nach seiner Tochter sehen. Er öffnet die Tür zu ihrem Zimmer. Doch das Zimmer ist leer. Keine Pippa – überhaupt kein Anzeichen davon, dass das ihr Zimmer ist. Selbst die Fotos, wo seine Tochter mit ihm und Oma Schmeißer drauf waren, haben sich verändert: keine Pippa mehr. Als ob sie ausgelöscht ist.

Jean-Claude liegt noch auf der Couch und schläft nach wie vor. Aber Alex erwacht im Flur liegend. Sie eilt ins Bad, um nach Max zu sehen, aber dort findet sie ihn nicht. Sie bemerkt, dass auch seine Zahnbürste und sein Rasierer nicht mehr auf der Ablage stehen. Alex schaut in Max‘ Zimmer nach, doch von ihm fehlt jede Spur. Nicht nur sind seine Sachen weg, auch das ganze Zimmer ist anders eingerichtet.

Alex und Jean-Claude

Alex ruft nach Jean-Claude, der aus seinem Schlaf aufschreckt und – durch mystische Geschwindigkeit – sofort vor ihr steht. Als Alex sich unvermittelt so nah gegenüber Jean-Claude sieht, fällt ihr auf einmal wieder auf, wie gut Jean-Claude aussieht, wie anziehend er ist … Und Jean-Claude hat keinen Eisarm mehr, sondern wieder seinen normalen Arm. Überhaupt, es geht keine Winterkälte mehr von ihm aus. Die beiden schauen sich in die Augen … und küssen sich … lange. Jean-Claudes Augen werden silbrig. Das Schlafzimmer ist nicht weit …

Das erste Klingeln des Telefons überhört Alex noch – doch irgendwann geht sie an ihr … Festnetz. Eine aufgelöste Ida ist dran, die sich das Auftauchen ihrer eigentlich toten Tante nicht erklären kann. Aber sie weiß, dass jemand am Schicksal manipuliert hat. Gerade als sie aufgelegt hat, klingelt Helmut bei Alex durch, auch er weiß nicht, was los ist. Sie beschließen, sich bei Ida zu treffen. Und Alex stellt fest, dass sie kein Handy hat. Und offenbar auch gar keines besitzt.

Angst über Berlin

Auf dem Weg zu Ida bemerken alle, den fast frühlingshaften Regen mit schweren Gewitterwolken über der Stadt. Helmut als Stadtmagier erkennt, dass es die Sieben von Berlin nicht mehr gibt – nur ihn. Und dass über der Stadt eine kalte Angst liegt.

Bei Ida angekommen, spricht Alex mit Idas Tante, um herauszufinden, was diese weiß. Doch anscheinend ist es der Tante sehr unangenehm, mit Alex zu reden. Sie scheint sich vor ihr zu fürchten. Schließlich begibt sich Ida in das Schlafzimmer, um am Schicksalsbaum ein Ritual durchzuführen und zu schauen, wo genau dieser falsche Schicksalsfaden steckt.

Währenddessen nimmt Alex das Klackern von übergroßen Spinnenbeinen wahr. Sofort werden Erinnerungen an Achroniels Kreaturen wach. Und im nächsten Moment zerbirst schon die Wohnungstür, durch die zwei große Höllenhunde stürmen. Es entbrennt ein Kampf. Alex verbrennt mit einer sorgfältig kontrollierten Feuer-Evokation die Spinnen, die unter der Decke krabbeln, Jean-Claude kümmert sich um die Hunde.

Alexoniel

Da stürmt eine Frau mit Schwert durch die zerborstene Tür in die Wohnung. Vor der verblüfften Alex steht Sophia, die den Warden mit dem Heiligen Schwert bedroht und Alex offenbar nicht erkennt. Stattdessen fordert sie Achroniel zum Kampf. Und zum Grauen aller Anwesenden öffnet sich auf Alex‘ Stirn ein weiteres Augenpaar … Achroniel übernimmt (Disziplinwurf vergeigt). Für die anderen nicht sichtbar – denn Achroniel hält die Zeit an – liefert sich der gefallene Engel mit Sophia einen erbitterten Kampf, an dessen Ende Sophia tot zu Boden sinkt.

Ida sieht, dass hier unberechtigt ein Schicksalsfaden durchtrennt wurde – sie greift rückwirkend ein. Und bevor der Kampf zwischen Achroniel und Sophia tödlich endet, kann Ida Alex unterstützen (Disziplin wieder zurückgwonnen), sodass diese wieder das Steuer übernehmen und Achroniel in sich zurückdrängen kann. Sophia sinkt schwer verletzt zu Boden.

Jean-Claude weiß, dass es sich Alex nie verzeihen könnte, würde Sophia durch ihre Hand sterben. Auf seinen Armen trägt er Sophia ins Krankenhaus.

Nur eine Sekunde

Alex, Helmut und Ida versuchen währenddessen zu verstehen, was passiert ist. Ida konnte in ihrem Ritual erkennen, dass der Schicksalsfaden an Weihnachten 2016 geändert wurde. Die Änderung betrifft nur den Bruchteil einer Sekunde. Alex erinnert sich, dass sie damals in einer Winternacht am Nordbahnhof die Münze von Achroniel mit ihrem Schutzschild abwehrte. Ida erkennt, dass die jetzige (veränderte) Realität in der Sekunde beginnt, als Alex ihren Schild nicht rechtzeitig etabliert und die Münze im Reflex auffängt … und so Achroniels Münze annimmt. In der jetzigen (veränderten) Realität ist 2021, fünf Jahre nachdem Alex Achroniel verfiel. Anscheinend konnte Idas Tante die Erinnerung an den ursprünglichen Schicksalsfaden erhalten und diese auf Alex, Helmut, Jean-Claude und Ida übertragen. Sie „erinnern“ sich an ihr ursprüngliches Schicksal, bzw. was hätte sein können. Aber es wird allen auch bewusst, dass sich die erinnerte und die jetztige Realität zu vermischen beginnt. Alex kämpft beständig gegen Achroniels eingeflüsterte Versuchungen. Die Zeit drängt.

Im Krankenhaus sucht Jean-Claude Christine Lauterbach auf, aber auch diese erkennt ihn nicht. Doch mit seinem „Vampircharme“ und Christines Hang für die falschen Männer (gutaussehender blonder Fremder mit gefährlichem Raubtiercharme – check) kann Jean-Claude sie davon überzeugen, Sophia zu behandeln – und sie nicht offiziell im Krankenhaus einzuchecken. Da Jean-Claude zuvor seine übernatürlichen Vampirkräfte nutzen musste (im Kampf und um Sophia schnell ins Krankenhaus zu bringen), meldet sich sein hungriges Monster: er muss essen. Ein Anwalt im Krankenhaus, eine verschwiegene Ecke – und dann platzt Max in den Raum, als der Anwalt gerade seinen Verzückungstod stirbt (Pechkeks). Und auch Max erkennt Jean-Claude nicht. Er ist alarmiert durch die Situation. Offensichtlich ist hier ein Mann gestorben und dieser Franzose benimmt sich höchst fragwürdig. Doch bevor Max tiefer graben kann, haut Jean-Claude ab.

Josefine

Nach einem kurzen Telefonat beschließen sie, sich bei Josefine zu treffen.
Als Jean-Claude vor den anderen am Schloss ankommt, ist alles abgeriegelt. Am Eingang gibt es einen Wachdienst, die ein Wappen mit dem Buchstaben „L“ tragen. An Jean-Claude fährt ein Bus vorbei, der eine Gruppe Menschen ins Schloss bringt.

Die Wachhabenden grüßen Jean-Claude zwar respektvoll mit „Herr Baptiste“, fragen ihn jedoch, ob er WIRKLICH hineinwolle, lassen ihn aber passieren. Drinnen im Thronsaal bietet sich Jean-Claude ein erschreckendes Bild: Der ganze Raum ist eine einzige Orgie bei wilder Musik.

In der Mitte gibt es ein Pentagramm, darin ist Josefine zu sehen, wie sie im wilden Hunger Menschen verzehrt. Darüber scheint ein Energiestrahl nach oben zu gleißen. Ein Toter nach dem anderen wird aus dem Pentagramm gezogen. Und auch im restlichen Raum sterben die Menschen wie die Fliegen – von weißen Vampiren im Rausch getötet. Auch Jean-Claude wird von der Atmosphäre angezogen und seine Vampirinstinkte übernehmen (Disziplin vergeigt). Er kämpft sich durch die vielen Leiber zu Josefine durch, die sich in ihrer Ekstase sofort auf Jean-Claude stürzt. An ihr ist nichts Menschliches mehr. Sie fängt an, sich von Jean-Claude zu nähren.

Schließlich gelingt es Jean-Claude, sich aus Josefines Bann zu befreien und er taumelt in einen angrenzenden Raum. Dort trifft er auf Amalthea, die ihn kühl begrüßt. Während des Gesprächs merkt Jean-Claude zwar, dass mit Amalthea etwas wirklich nicht stimmt (Lore-Wert nicht geschafft), aber er ist zu abgelenkt, um zu erkennen, was sie ist. Er erfährt, dass Josefine auf Alex‘ Geheiß hin seit 1,5 (eineinhalb!) Jahren dort im Pentagramm ist – um die nötige Energie für ein Ritual zu sammeln. Und anscheinend hat Jean-Claude bei seinem letzten Besuch versucht, Josfine zur retten, obwohl es für sie keine Rettung mehr gibt.

Schreckensherrschaft

Alex, Helmut und Ida fahren indes mit einem Taxi zum Schloss. Der Taxifahrer hat Alex sofort erkannt – und sich panisch-ängstlich ihren Wünschen gefügt. Auf dem Weg fallen ihnen die bewaffneten Motoradfahrer auf, die Lederjacken mit dem „L“-Wappen tragen. Sie führen Kontrollen durch und als sie das Taxi überprüfen, wird Alex erkannt und bizzar unterwürfig von den Männern gegrüßt. Als sie mit dem Biker-Geleitschutz am Schloss ankommen, verfällt die gesamte Wachmannschaft in kriecherisch-ängstliche Unterwürfigkeit gegenüber „Frau Lehmann“. Sie wird auch darüber informiert, dass der gnädige Herr Baptiste angekommen ist.

Jean-Claude, Alex, Helmut und Ida treffen sich in einer Küche des Schlosses, um allen offiziellen Begegnungen auszuweichen. Sie tauschen sich aus und ihnen wird klar, dass „die andere Alex“ eine Schreckensherrschaft über Berlin ausübt. Mittels seiner mechanischen Eule kann Helmut einen Blick auf das Ritual im Thronsaal werfen. Helmut waren vorher schon weitere Orte in Berlin aufgefallen, an denen Energie gesammelt und in die tiefhängenden Gewitterwolken über der Stadt transferiert wird. Doch der Zweck der gewaltigen Energieansammlung in den Wolken erschließt sich den Magiern nicht.

Ida vermutet, dass das Ritual, das Achroniel wirkte, um im Gewebe des Schicksals diese eine Sekunde zu ändern, noch nicht abgeschlossen ist, bzw. die gewaltigen Kräfte noch nachwirken. Das würde bedeuten, dass der Schicksalsfaden noch geändert werden kann, um die Zeitmanipulation ungeschehen zu machen. Sie beschließen, zu Ernst-August zu fahren.

Mabs Macht

Auf dem Weg dorthin, halten sie am Tempelhofer Flughafen – dort, wo Jean-Claude einst den Winterritter erschlug. Dort wollen sie Verbindung mit Mab aufnehmen, um zu erfahren, warum statt Winter fast frühlingshaftes Gewitterwetter in Berlin herrscht. Jean-Claude stellt sich dort auf und ruft: Mab, Mab, Mab, ich rufe dich!
Und … Stella erscheint. Die Tochter von Mab und Ernst-August. Auch sie ist ein Denarier: Barachiel steckt in ihr. Mit seiner Hilfe (und weil Agnes in der geänderten Realität noch immer ihren Freien Willen hat) konnte sie den Wintermantel Mabs übernehmen. Ihr Angriff auf Jean-Claude hat nur teilweise Erfolg (durch Blitzschlag verletzt), denn er schafft es, sie zu vertreiben: Eine echte Winterkönigin braucht keine Hilfe von einem Denarier!
Doch eines erfahren sie von Stella: sie ist nicht einverstanden, dass Achroniel in seinem Ritual, das die Stadt überzieht, Luzifer aus dem Hades befreien will.

Ernst-August

Bei der Villa von Ernst-August angekommen, sind alle Anzeichen, dass die Villa mal den Schaumburgs gehörte, ausgelöscht. Überall prangt Alex Lehmanns „L“-Wappen. Die Tür wird von Jakob geöffnet. Dieser erkennt Alex mit toten Augen und begrüßt die „gnädige Herrin“. Auf Nachfrage, wo Ernst-August sei, erklärt Jakob, dass dieser sich nach wie vor im Keller befinde. Noch bevor sie sich dort hinwenden, erscheint Björn und begrüßt seine Frau, verblüfft, dass sie schon so früh zurück sei. Er wirkt entspannt – hinter ihm sieht man sein Arbeitszimmer, das wie ein Detektivbüro eingerichtet ist.

Jean-Claude saust in den Keller – und entdeckt Ernst-August. Sein Körper ist halb ausgeweidet und zu großen Teilen mit der steinernen Wand verschmolzen. Aber er lebt und leidet ungeheuerlich. Jean-Claude stößt einen Schrei aus und zieht sein Schwert: er wird seinen Freund erlösen.

Alex‘ Opfer

Alex und die anderen kommen in den Raum und sehen dort einen weinenden Jean-Claude vor seinem Freund knien, unfähig, das Schwert in die verbliebenen Körperteile zu rammen. Alex zieht Jean-Claude an sich und verspricht ihm, dass sie das rückgängig machen, dass sie Ernst-August retten werden. Dann rammt Jean-Claude sein Schwert in den Körper Ernst-Augusts … der seinen letzten gequälten Atemzug aushaucht.

Im Anblick dieses Grauens (und Alex wird klar, dass sie es war, die Ernst-August hier peinigte), entsagt sie unter Aufbietung all ihren Willens (mit Unterstützungswürfen) der Macht Achroniels. Jean-Claude muss Alex die Münze aus dem Arm schneiden. Der Denar wird in einem speziellen Behälter verstaut, den Alex in Ernst-Augusts Labor findet. Mit der Aufgabe der Münze verliert Alex ihre Magie.

Oben ertönt ein Schrei von Björn. Als sie bei ihm ankommen, sieht er Alex fassungslos an. Ihr Pakt mit Achroniel war Bedingung dafür, dass er seinem Feenpakt entsagen konnte. Vor ihren Augen wird Björn mit vorwurfsvollem, gekränkten Blick wieder zur Fee.

Schicksalhaftes Ritual

Um den Schicksalsfaden zu korrigieren, ist es notwendig, an den Platz von Achroniels Ritual zu gehen. Kein Ort könnte besser geeignet sein, als der, an dem Alex damals die Münze abwehrte … am Nordbahnhof. Einige Ritualparaphernalia müssen noch beschafft werden, womit Alex skrupellos ihre Biker-Gangs beauftragt. Diese beeilen sich, den Weisungen von Frau Lehmann nachzukommen. Auf dem Dach des Nordbahnhofs bereiten Ida, Helmut und Alex das Ritual vor. Ida kann über die Schicksalsfäden erkennen, dass Achroniel hier viele Menschen geopfert hat, um mit der Energie eine Brücke ins Jahr 2016 zu schlagen. Helmut will dasselbe mit Elektrizität bewerkstelligen, die er über ein Starkstromkabel von den Bahn-Oberleitungen abzweigt. Helmut wird mit Ida das Ritual durchführen, Alex kann ohne ihre magischen Kräfte nur handwerklich bei den Vorbereitungen unterstützen.

Während die Magier das Ritual vorbereiten, hält Jean-Claude Wache. Und da tauchen sie auf: Amalthea mit Castariel, dem gefallenen Engel der Wahren Namen und einem zusätzlichen Biker-Kontingent angeführt von Jaques de Molay, einem weiteren Münzträger. Castariel übernimmt mit Hilfe ihrer Wahren Namen die Kontrolle über sämtliche Biker, die sich auch ohne Umschweife gegen „Frau Lehmann“ und ihre Gefährten wenden. Doch zum Glück erkennt Ida, dass Castariel nicht ganz die Wahren Namen von ihr, Helmut, Jean-Claude und Alex kennen kann, da ihre Erinnerungen (und damit ihre Persönlichkeiten und Moral) aus der urspünglichen Realität kommen. So kann Jean-Claude einige Runden standhalten und sich der Übermacht erwehren – bis Castariel schließlich doch zu ihm durchdringt.

Wahre Liebe

Kurz bevor Helmut und Ida das Ritual abschließen können, befiehlt Castariel Jean-Claude, Helmut im Ritualkreis anzugreifen. Alex sieht die schreckliche Gefahr und stellt sich zwischen Helmut und Jean-Claude. Inständig versucht sie, zu ihm durchzudringen und erkennt in dem Moment, dass sie ihn wirklich liebt. Das verleiht ihren Worten eine Eindringlichkeit, die stärker ist als Castariels Einfluss auf Jean-Claude. Jean-Claude wandelt Castariels Todesbefehl so um, dass er Helmut lediglich mit einem mickrigen Eiszauber angreift, der wirkungslos am Schutzkreis abprallt.

Alex küsst Jean-Claude – und dabei verbrennen Jean-Claudes Lippen, der trotzdem zurückküsst. Dann, bevor Castariel erneut handeln kann, springt Jean-Claude vom Dach. Dieser Aufschub langt, um das Ritual zu beenden: die Schicksalsfäden werden wieder geordnet.

Es ist der 29.12.2021 – Alex, Helmut, Ida und Jean-Claude – wieder mit Eisarm – stehen auf dem Dach. Um sie herum ist es ruhig. Eine weiße Schneedecke hüllt Berlin ein. Der klare kalte Sternenhimmel funkelt über ihnen.

* Schneevorhang
Jean-Claude zieht Alex an sich heran …

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