07 Jan

Miracle Day – In den Tiefen des Hades

[31.12.2017 – 01.01.2018, im Naturfreunde Haus Ebberg/Schwerte]

Jean-Claude Babtiste, Josefine von Richthofen, Quentin Zagreus, Gracie Pendragon, Björn Hansen

Jean-Claude, Josefine, Quentin Zagreus und Gracie treffen sich in einem der letzten, noch im Besitz des Weißen Hofs befindlichen Clubs in Berlin. Gracie ist die neue Angestellte für magische Belange von Josefine für die Zeit, in der Alex mit ihrer Buchführung beschäftigt und praktisch nicht erreichbar ist.

Inzwischen gibt es wieder 25 Weiße Vampire in Berlin, und alle sind damit beschäftigt, die abtrünnigen oder verlorenen Vasallen und Besitztümer von Jean-Claude und Josefine zurück in die Familie zu holen. Auch Pierre, der mundane Sicherheitschef, war in einem solchen Auftrag unterwegs, als er an den Tisch von Jean-Claude und Josefine tritt und ihnen einen Ordner mit einer stattliche Münzsammlung übergibt. Die Münzen sind geschätzt 500.000 Euro wert und stellen die Wiedergutmachung eines polnischen Clubs („Blue Bell“) da, der das Interregnum des Jade-Hofs zu seinem eigenen Vorteil ausgenutzt hatte. Die Freude über die Münzen wärt nur kurz, denn im nächsten Augenblick bemerkt Josefine alarmiert eine Gestalt, die hinter Zagreus steht. Dabei handelt es sich um einen jungen Mann in Griechischer Kriegerrüstung, der erst bemerkt, dass man ihn sehen kann, als sich aller Augen am Tisch auf ihn richten. Mit offensichtlicher Irritation und leicht hektisch versucht der junge Krieger einen Rückzug in die solide Wand des Clubs, von der er jedoch unwürdig zurückprallt. Später wird sich erklären, dass er versuchte ins Nevernever zu wechseln, was ihm wegen der geschlossenen Grenzen nicht gelang.

Zagreus stellt den jungen Krieger zur Rede. Es stellt sich heraus, dass es sich um den jüngsten der Korybanten namens Euripides handelt, der Wachdienst an Zagreus‘ Seite hatte, als die Verbingung zum Nevernever (und damit auch zu seinen Korybanten-Kameraden) gekappt wurde.

Derweil öffnet Gracie ihr Drittes Auge und betrachtet sich Zagreus und Euripides genauer. Sie sieht Zagreus in seiner Wahren Gestalt, erkennt die silberne Kette, die ihn mit Euripides verbindet sowie mehrere abgeschnittenen Ketten, die noch an Zagreus Gürtel hängen. Diese Ketten verbanden Zagreus bis vor kurzem mit den Halsreifen seiner anderen Korybanten, wie man an Hand der noch intakten Verbindung zu Euripides deutlich schließen kann. Zudem nimmt Gracie dichte Efeuranken wahr, die Zagreus fast vollstängig umhüllen und die intrusiv auf ihn einwirken. Unter größten Mühen gelingt es Gracie ihr Drittes Auge zu schließen, ihre magische Wahrnehmung bleibt jedoch für einige Zeit geblendet.

Als sich der Trubel um Zagreus, Euripides und Gracie legt, bemerkt Jean-Claude, dass sich der Ordner mit der Münzsammlung von selbst aufgeblättert hat. In der Mitte der aufgeschlagenen Sammelhülle ist ein Denarius eingesteckt. Im nächsten Augenblick fährt vor dem Club ein Kleintransporter in ein paar parkende Autos. (Später wird sich herausstellen, dass ein geplatzter Reifen zu diesem ungeplanten Crash geführt hatte.) Ein Brandsatz wird in den Club geworfen, den Jean-Claude geistesgegenwärtig zurück werfen kann. Jean-Claude wirft sich in das sich entwickelnde Kampfgeschehen vor dem Club, es wird geschossen, der Transporter steht in Flammen. Am Ende können die Angreifer überwältigt werden. Zwei Menschen sterben bei der Attacke: ein Sicherheitsmann von Jean-Claude und einer der Angreifer. Die gefangenen Angreifer (Sicherheitsleute des „Blue Bell“-Clubs und im Auftrag dessen Chefs unterwegs) sowie die beiden Toten werden in einen gefliesten Kellerraum gebracht. Als die Befragung der Gefangenen noch in vollem Gang ist (und Josefine einen dabei auch tötet), kommen plötzlich die Toten wieder zu sich und winden sich unter unsäglichen Schmerzen.

Dr. Christine Lauterbach wird angerufen und es stellt sich heraus, dass im Krankenhaus ebenfalls die gerade Verstorbenen wieder zu Bewusstsein kommen. Die klassische Nekromantie, die man ja vor wenigen Wochen in Tromsö erleben und erfahren konnte, kann allerdings ausgeschlossen werden. Es fehlt der Trommler und das Phänomen ist zu weitläufig.

Es werden weitere Telefonate getätigt, nach denen klar wird, dass die Grenzen zum Nevernever verschlossen sind. Jeder, der sich im Nevernever aufhält ist jetzt darin gefangen. Zagreus ruft auf Verdacht seine Mutter Persephone an. Zu seinem Erstaunen erreicht er sie unter einer Firmennummer von Monsanto in Düsseldorf. Persephone sagt ihm, dass sie ebenfalls im Diesseits gestrandet sei und wie ernst die Lage sei, denn von ihrer Mutter Demeter weiß sie, dass der Olymp leer ist. Zeus ist verschwunden.

Die Helden beschließen nach Zeus im Hades zu suchen. Sie deklarieren, dass es neben den Zugängen zum Hades durch das Nevernever auch noch mundane Zugänge geben muss, da sonst z.B. Orpheus (ein mundaner Sterblicher) nicht hätte in den Hades gelangen können. Ein solcher Zugang befindet sich in der Nähe des Völkerschlachtdenkmals. Die Helden machen sich auf den Weg. Der Denarius, die Münze Fatasriels, des gefallen Engels der glücklichen Fügung, wird mitgenommen.

Keine Viertelstunde später geraten sie mit ihrem weißen Mercedes-SUV auf einer dreispurigen Ausfahrtstraße in einen Stau. Unter einer breiten Brücke kommt der SUV endgültig zum Stehen. Kläffende Hunde lenken die Aufmerksamkeit auf einen unbeschrifteten Kühl-LKW, der ein paar Wagen weiter vor den Helden zum Stehen gekommen ist. Die Situation eskalliert, als ein bewaffneter Jäger die Nerven verliert und seinen Hund sowie den Fahrer des Kühl-LKW zu erschießen droht. Angetrunkene junge Männer, die ein Auge auf Josefine geworfen haben und diverse Autofahrer machen die Lage nicht übersichtlicher. Es kommt zu einer Orgie in und am Führerhaus des Kühl-LKW, an der Josefine, Jean-Claude, die fünf angetrunkenen jungen Männer und der Fahrer des Kühl-LKW beteiligt sind. Der Fahrer des Aral-Tanklastzugs, der neben dem Kühl-LKW steht, beteiligt sich eigenhändig in seiner Fahrerkabine.

In diesem Chaos schafft Zagreus Fakten: Er öffnet den Kühl-LKW und findet darin eine dicke Lage Erde sowie sechs Holzsärge vor. Eindeutig Schwarze Vampire. Zagreus holt den Ersatzkanister des SUV, schüttet das Benzin in den Kühl-LKW und zündet es an. Gracie tarnt die Aktion vor den anderen Staustehern mit einem Schleier.

Aus der Lüftung auf dem Kühl-LKW entweichen mehrere auffällige Rauchwolken. Zagreus nimmt die Verfolgung auf und kann in Hundegestalt verhindern, dass zwei Polizisten am Ende der Unterführung von zwei Schwarzen Vampiren überwältigt werden. Jean-Claude und Josefine kommen dazu und machen mit den Schwarzen Vampiren kurzen Prozess. (Hier erkennt Zagreus, dass sich Euripiedes nicht weiter als zwei Schritt von ihm entfernen kann, da die Kette nicht länger reicht. Ansonsten gerät die Anwesenheit des Korybanten immer wieder ganz leicht in Vergessenheit. ) Dieser kurze Kampf wird von Björn beobachtet, der über der Szene auf der Brücke ebenfalls in einen Stau geraten war. Björn hatte gesehen, dass ein Kleinbus aus der Spur ausgebrochen war, gegen einen PKW prallte und dann über das Brückengeländer auf die darunterliegende dreispurige Fahrbahn stürzte. Dieser Unfall bewirkte den Stau, in den Jean-Claudes SUV fuhr. Björn befragt ein paar Zeugen, muss aber erkennen, dass es sich bei dem Unfall wohl einfach um ein Unglück und nicht um eine Attacke oder Ähnliches handelt. Björn ruft Jean-Claude an und man verabredet sich auf einem Pizza Hut-Parkplatz in der Nähe, sobald sich die Staus auflösen.

In der Zwischenzeit kämpft Gracie in der Unterführung ihren ganz eigenen mutigen Kampf: Sie war als einzige beim SUV zurückgeblieben und bemerkt deshalb, dass durch das Feuer im Kühl-LKW brennende Isolierung aus dem Kofferaufbau rund um das Fahrzeugt tropft. Auch auf den Tank des LKW, der ja direkt neben einem Aral-Tanklastzug steht. Gracie klettert auf den Tanklastzug, um einen besseren Überblick zu bekommen und setzt dann einen magischen Schild rings um den Kühl-LKW. Dieser gewaltige Schild verhindet, dass es in der Unterführung zu einer großen Katastrophe kommt, als nämlich der Kühl-LKW schließlich in Flammen aufgeht. Dutzende Menschenleben werden so gerettet.

Im Pizza Hut: Aus den Frachtpapieren des Kühl-LKW und der Befragung des Fahrers im Krankenhaus geht hervor, dass die Schwarzen Vampire von Leipzig nach Berlin in ein Industriegebiet transportiert werden sollten. Das Zielgebäude gehört einer Firma mit Verbindungen zum Roten Hof. In der Umgebung wurden schon häufiger Ghule gesichtet.

Das Phänomen des Nicht-sterben-könnens stellt sich laut TV-Nachrichten als weltweit heraus („Das Wunder von Melburne“).

Die Helden (jetzt mit Björn) setzten ihre Fahrt zum Völkerschlachtdenkmal fort. Dort angekommen, setzen sie ihren Weg zu Fuß zur „Höllenklamm“ fort, in dem sie bequem einem ausgeschilderten Rundwanderweg folgen.

An dem mit einem starken Schleier getarnen Durchgang in die Unterwelt gibt es ein kurzes Intermezzo mit Zerberus, dem dreiköpfigen Wächterhund des Hades. {Hier kriege ich nicht mehr so genau zusammen, wie die Situation gelöst wurde.}

Dann folgen die Helden dem schmalen Pfad durch riesige Höhlen und an bodenlosen Klüften vorbei. Kurz bevor sie den Fluß Styx erreichen, sind die Kavernen dicht gedrängt mit den Seelen der Verstorbenen, die just in dem Moment in die Unterwelt gelangten, als die Grenzen zum Nevernever geschlossen wurden und somit den Styx nicht mehr überqueren konnten. Die Präsenz der unzähligen Seelen lastet auf allen anwesenden Sterblichen, besonders aber auf Björn, der sich weigert weiterzugehen und mit dem Gedanken spielt sich in den Styx zu stürzen. Jean-Claude, nimmt sich seiner an und lenkt Björn erfolgreich von seiner Depression ab. Björn wird nie mehr derselbe sein, vor allem aber ist er keine Jungfrau mehr. Jean-Claude ist sehr zufrieden mit sich und entwickelt zarte freundschaftliche Gefühle für Björn.

Am Ufer des Styx angekommen ist nun nicht klar, wie man ihn überqueren kann, denn das Fährboot liegt am anderen Ufer und der Fährmann Charon ist nicht zu sehen. {Auch hier fehlen mit ein paar Szenen. Ich weiß noch, dass der Denarius aus Jean-Claudes Tasche fiel, dass Gracie ihn haben wollte, dass sie eine Spirit-Evocation gemacht hat, die die Seele ihres Vaters traf, als sich dieser ihr gerade zeigen wollte, dass Josefine irgendwas wirklich cleveres in ihrem Ausrüstungspaket hatte …}

Am Ende ruft Zagreus Styx, die Göttin. Sie lässt das Wasser des Flusses still werden und die Helden wandeln über den Fluss der Unterwelt in das Reich Hades‘.

In Hades‘ Halle finden sie den Gotter der Unterwelt und Charon, den Fährmann vor. Beide sind hier in ihrem eigenen Reich gefangen. Zagreus erklärt Hades um was es geht und Hades eröffnet ihnen, dass Zeus im Tartaros gefangen ist. Da Hades dort nicht hingelangen kann, ist es an den Sterblichen dorthin vorzudringen. Jean-Claude, Josefine, Björn und Gracie trinken vom giftigen Wasser des Styx, denn nur tot können Sterbliche den Tartaros betreten. Zagreus bekommt Wasser von Hades, um seine Kameraden dort wiederzubeleben.

Im Tartaros wandeln die Helden durch die Höllen, bis sie schließlich das Tor zu einer Dunkelheit finden, die sich in alle Richtungen bis in die Unendlichkeit erstreckt. Hier, an eine gewaltige steinerne Säule gefesselt, finden sie Zeus schlafend vor. Sein Leib ist von goldenen Efeuranken umwunden und er kann nicht geweckt werden. In einem Käfig unmittelbar neben der Säule ist Manfred von Richthofen gefangen, der mit Hohn und Spott Josefine und Jean-Claude begrüßt. Nach einem verbalen Schlagabtausch mit dem gefangenen von Richthofen wird Zeus näher untersucht. Zagreus probiert den Stab Persephones aus, den er aus Hades‘ Reich zuvor mitgenommen hatte. Die goldenen Efeuranken können zwar von Zeus‘ Körper entfernt werden, aber der goldene Schimmer bleibt auf seinem reglosen Körper. Die Helden kommen zu dem Schluss, dass hier nur ein magisches Ritual helfen kann. Allerdings stellt sich die Frage, woher die Unmengen an Energie kommen sollen, um Heras Bann (der goldene Schimmer) zu lösen. Die Lösung ist originell und clever: Die disfunktionale Beziehung von Zeus und Hera findet ihr Pendant annähernd in der disfunktionalen Ehe von Jean-Claude und Josefine. Kann diese Beziehung bereinigt werden, so kann die dabei entstehende emotionale Energie als Fokus für das magische Ritual genutzt werden, dessen Ziel die Auflösung von Heras Bann über ihren Gatten ist.

In einem magischen Kreis stehend und unter Björns kompetenter Anleitung sprechen sich Jean-Claude und Josefine aus. Und das dauert. Und wird sehr emotional. Und füttert den magischen Kreis mit einhundert shifts of power. Dem magischen Äquivalent von mindestens zwei nuklearen Sprengsätzen. Als Gracie soweit ist und gerade den magischen Kreis um Jean-Claude und Josefine durchbrechen will, um die Energie in ihr Ritual zu leiten, spricht die Gestalt im Käfig, die die ganze Zeit interessiert zugehört hatte. Es ist nämlich nicht Manfred von Richthofen, der neben Zeus in der dunkelsten Hölle des Tartarus gefangen ist, sondern Lucifer selbst. Und richtiger wäre auch die Formulierung, dass man Zeus in Lucifers lichtlosen Kerker neben seinem Käfig gefesselt hatte. Lucifer hält eine Locke von Zeus‘ Haaren in der Hand und macht den Helden klar, dass das Ritual sie alle vernichten wird, da sich ein Teil von Zeus außerhalb des schützenden äußeren magischen Kreises befindet. Er will den Denarius, der sich wieder in Jean-Claudes Besitz befindet, gegen die Haarlocke tauschen. Aha, das war also der Plan der Münze. Da erkennt Zagreus (mittels einer legendären Empathie-Probe), dass Lucifer lügt und gar keine Haarlocke von Zeus besitzt. Es kann weitergehen und Gracie leitet die gewaltige Energiemenge in das vorbereitete Ritual. In dem elementaren Sturm, der um die Helden tost, als die magischen Kräfte kanalisiert werden, fällt der Denarius aus Jean-Claudes Tasche. Und rollt auf Lucifers Käfig zu. Wieder hängt der Faden des Schicksals an einem einzelnen mundanen Sterblichen: Björn. Mit einer legendären Athletik-Probe, die Björn wirklich jeden zur Verfügung stehenden Aspekt und fast alle Fate-Punkte abverlangt, tritt Björn knapp vor Lucifers gierig greifenden Fingern auf den Denarius.

Das Ritual hat erfolgreich Heras Bann von Zeus genommen. Zeus wird wach. Und freut sich ungemein seinen Sohn Zagreus zu treffen. Der Junge wird väterlich im Genick gepackt und liebevoll mit Kopfnüssen bedacht. Zagreus mag das – meint Zeus.

Dem göttlichen Allvater wird erklärt was Sache ist. Zeus ist weniger entsetzt, als vielmehr Kummer gewohnt. Hera ist schon ein stattliches, rachsüchtiges Weib, das ist bekannt. Doch dann fällt der Blick des Götterfürsten auf Josefine und siehe da, Hera, die Gattin und Persephones Ränke (oder besser: Ranken) sind vergessen. Die liebliche Josefine, das ist ein Weibsbild ganz nach Zeus‘ Geschmack. Stattliche Kinder will der Allvater mit ihr zeugen und Josefine kann sich kaum noch retten. Jean-Claude geht schließlich als guter Ehemann dazwischen.

Dann sind plötzlich alle wieder in Hades Halle. Charon, der Fährmann, hat seine Arbeit wieder aufgenommen. An Hades Tafel wird fürstlich/göttlich aufgetischt. Zeus ist bester Laune. Sein Blick fällt abermals auf Josefine und es wird klar, bald gibt es kein Entrinnen mehr. Da opfert sich Jean-Claude, der Ehemann, für seine Gattin. Zeus zögert nicht lange, räumt mit einem weiten Schwung seines Armes den Tisch vor sich frei und greift sich Jean-Claude. Der Rest ist Geschichte.

 

Epilog:

Am Abend, als Josefine nach Hause kommt, findet sie auf ihrem Kopfkissen die Geschmeide Helenas vor. Die Originale. Die aus dem Museum. Ein Geschenk von Zeus.

Im finstersten Kerker des Tartarus überlegt Lucifer, wie er die intimen Informationen über Jean-Claude und Josefine für seine Zwecke nutzen kann.