01 Jan

Der Herbstmantel

SL: Susi

oder: Mit dem Panzer durch den Schwarzwald

Jean und Josefine werden von Alberich beauftragt den sog. Sachsen-Mantel in ihren Besitz zu bringen, genauer gesagt, sie sollen dafür sorgen, dass sie die rechtmäßigen Eigentümer des Mantels werden, um ihn dann anschließend Alberich rechtmäßig zu überlassen. (Der Mantel kann nicht gestohlen werden.) Dafür will Alberich ihnen jeweils einen Teil ihrer Namen „zurückgeben“. Ernst-August wird bei der Recherche hinzugezogen und der Privatdetektiv Peter Zagreus, der die derzeitigen Eigentumsverhältnisse des Mantels klären soll. Es stellt sich heraus, dass es sich bei dem Sachsen-Mantel um den Herbstmantel handelt, ein Feenartefakt, das dem mythischen Herbsthof der Feen zugeordnet wird. Ein Sidhe-Fürst namens Tamsin bemüht sich seit einiger Zeit (vergebens, aber mit beträchtlicher Verbissenheit) die Macht des Herbsthofes zu erneuern. Ein Gelingen dieses Unterfangens würde das Gleichgewicht der Feenhöfe empfindlich stören und hätte vermutlich extreme globale Klimaveränderungen in der Welt der Sterblichen zur Folge.

Peter Zagreus kann klären, dass ein Herr Markus Isenhag der derzeitige rechtmäßige Erbe des Sachsen-Mantels ist. Eine Spur führt von Aachen in eine Ferienhütte im Schwarzwald, wo er offenbar mit seiner Freundin (mit auffälliger grüner Haarsträhne) Urlaub macht.

Der Sachsen-Mantel selbst ist eine Dauerleihgabe der Familie von Isenhag an das Museum „Domschatz“ in Aachen. Vor ein paar Wochen wurde das Artefakt im Rahmen einer Wanderausstellung an das Heimatmuseum Freudenstadt im Schwarzwald verliehen. Dort wurde es wenige Tage nach Ausstellungseröffnung aus dem schlecht gesicherten Heimatmuseum gestohlen und ist seitdem verschwunden.

Als Jean, Josefine, Ernst-August und Peter Zagreus an der Schwarzwaldhütte ankommen, treffen sie dort auf eine Gruppe von Zwergen, die die Hütte gerade auf den Kopf stellen. Einer der Zwerge (Graufang) wird von Josefine unterworfen und gibt anschließend bereitwillig Auskunft: Markus Isenhag wurde in die Domäne der Herrin vom See gebracht.

Zunächst wird Kriegsrat in einem Schwarzwaldgasthof in der Nähe gehalten. (Ernst-Augusts Rolls Royce hat Schwierigkeiten auf den schmalen, engkurvigen Schwarzwaldsträßchen.) Eine Gruppe trolliger Biker wird von Jean sehr taktvoll und zurückhaltend befragt (eine Prügelei kann gerade so vermieden werden), worauf sich herausstellt, dass es demnächst am Mummelsee ein Rennen (ausgerichtet von der Herrin vom See) um den Herbstmantel geben wird. Der Gewinner wird der rechtmäßige Eigentümer des Artefakts.

Kontakte werden angerufen und viel Geld wechselt die Besitzer, und am nächsten Morgen fährt in einem verschlafenen Schwarzwalddorf ein riesiger Sattelschlepper am Gasthof vor. Der Panzer wird geliefert.

Peter Zagreus (der die Fähigkeit des Gestaltwandelns beherrscht) ist der designierte Fahrer des Panzers, Ernst-August, Jean und Josefine die Unterstützung.

Am Mummelsee haben sich Feen aller Höfe und Domänen versammelt. Die Konkurrenz im Rennen setzt sich wie folgt zusammen: 1. Wurzelwichte, die eine riesige Felskugel rollen, 2. ein hölzerner, lebender Tausendfüßler, der von Zwergen mit Peitschen angetrieben wird (Lord Tamsins Truppe), 3. mehrere Sidhe in einer Cinderella-Kutsche, 4. ein Sidhe-Lord auf einem sechsbeinigen Pferd, 5. mehrere Trolle auf Harleys, 6. eine gewaltige Kutsche gezogen von 25 Highland-Rindern.

[Das Rennen ist mir nur noch als eine wilde Aneinanderreihung irrsinniger und witziger Szenen in Erinnerung, in denen ein Panzer durch Wald und Flur und Feenwesen pflügt. Einzelne Bilder sind: – das Gerangel um die Durchfahrt zwischen den beiden Felsnasen, – die tiefe Klamm, – Jean, der immer wieder falsche Spuren legt, – Josefine, die mit einer Nagelpistole oben aus dem Panzer schießt, – eine wilde Abfahrt durch den Wald, – der Geröllhang, – das Tor ins Nevernever, wo die ABC-Versiegelung des Panzers überraschend zu einem gloriosen Einsatz kam, – die groteske Kollision mit den Highland-Rindern, – der Hinterhalt kurz vor dem Ziel, den Ernst-August und Jean so vorausschauend gelegt hatten, – das versuchte Attentat der Bogenschützen ganz am Schluss.]

Am Ende bekommt Ernst-August von der Herrin vom See die Siegprämie überreicht, und so wird Ernst-August für kurze Zeit der rechtmäßige Eigentümer des Herbstmantels. Schließlich wird der Mantel jedoch Alberich übergeben, mit dem Versprechen, dass er ihn nicht für die Errichtung eines neuen Herbsthofes einsetzt.