08 Jan

In der Ghulhöhle

Dresden Files

Gespielt am 1.1.2020

Thema: Die Einführung des neuen Charakters von Lena: Maximilian Frey

PCs: Alexandra Lehmann, Wizard / Sophia Scholl-Latour, Schwertlose Ritterin des Kreuzes / Heinz Schneider, Sterblicher / Björn Hansen, Emissär Alberichs

Der Kampf mit den Ghulen

Alex, Sophia und Heinz befanden sich in einer Bunkeranlage unter Berlin, geschaffen von den Nazis, eingesetzt als Luftschutzbunker, bewohnt von Ghulen. 

Sie kämpfen gegen zwei Über-Ghule: Wesen, die außerordentlich zäh sind, groß wie ein VW-Bus, resistent gegen Magie und in der Lage, auch schreckliche Verwundungen rasend schnell zu heilen. Es steht nicht gut um sie. 

Was sie nicht wissen: Björn Hansen befindet sich auch in der Höhle. Einst ein rundlicher Privatdetektiv, ist er heute als Abgesandter des Zwergenkönigs Alberich eine wichtige Figur am Sommerhof. Er und Alex waren ein Paar, bis Björn einen Wunschring nutzte, um sich “Volle Kontrolle über seine Gefühle” zu wünschen. Er legt einen Glamour auf das Magierschwert von Alex, so dass es wie das verschwundene Schwert der Hoffnung Esperacchius aussieht und gleißend hell leuchtet. Zudem erzeugt er den Eindruck, dass Sophia noch Hilfstruppen haben müsse, indem er den Klang zu gregorianischen Gesängen marschierender Stiefel erzeugt.

Das sind mächtige Taten, aber auch “nur” Illusionen: Das Schwert vermag – sowenig wie das Sturmgewehr von Heinz – die Ghoule kaum zu verwunden. Nur Sophias Hände verbrennen die Ghoule, aber ohne ihr Schwert ist sie keine besonders mächtige Kämpferin mehr: Im Gegenteil, sie gerät in die mächtigen Pranken eines der Ghule, der sie auswringt wie einen nassen Lappen. Man hört ihre Knochen durch die ganze Höhle brechen.

Doch plötzlich verlangsamt sich die Zeit! Ein Mann taucht auf und verlangsamt die Zeit um die Ghule. Er steht plötzlich zwischen den Ghulen und hält sie mit seiner Magie in einer stehen gebliebenen Zeit. Einer der Ghule kann so bezwungen werden – allerdings nur mit einem Trick. Denn wenn die Zeit nicht läuft, kann auch der Ghul nicht verwundet werden. Die Zeit muss also wieder gestartet werden, was dem anderen Ghul die Möglichkeit gibt, zu fliehen.

Trotz der Hilfe sind die Helden gegenüber dem Zeitmagier höchst misstrauisch, so dass die Vorstellung über den Lauf einer Waffe hinweg stattfindet. Der Zeitmagier stellt sich als Maximilian Frey heraus, Ermittler beim BKA. Damit ist er ein Kollege von Heinz! Allerdings kennt Max sich überhaupt nicht mit übernatürlichen Dingen aus, und gehört insbesondere nicht dem Referat AV (Außergewöhnliche Vorkommnisse) an, dem Fachreferat für Übernatürliches. Björn gibt, nachdem Alex ihr drittes Auge zu öffnen droht, sein Versteck auf und gesellt sich zur Gruppe, die ihn mit einem gewissen Misstrauen als Verbündeten begrüßt.

In der Höhle befindet sich ein Nest mit zwei Ghul-Jungen, die über ein magisches Ritual mit Portal zu den Höllendimensionen verbunden sind. Man vermutet, dass so die Überghule erzeugt werden. Ein Fokusobjekt des Rituals ist ein falsch herum aufgehängtes, unhandlich großes Holzkreuz, dass offenbar aus einer Kirche gestohlen wurde. Alex erklärt, es müsse nur wieder richtig herum drehen, und das Ritual sei beendet, ohne dass es zu einem Unfall kommen könne.

Sophia übernimmt diese knifflige Aufgabe, die unerwartet dadurch erschwert wird, dass das Kreuz in ihr großes Schmerzen hervorruft – fast wie eine 220 Volt Stromleitung. Kaum ist das Ritual entschärft, tötet Alex die Ghuljungen mit ihrem Schwert. Max wird dabei ganz grün im Gesicht.

Als das Ritual entschärft ist, findet sie auf der Rückseite des Kreuzes eine nagelförmige Vertiefung, in der sich silbrig glänzender Staub gebildet hatte. Sie hofft, es könne der Nagel aus dem Kreuz Jesu sein, der sich in ihrem verlorenen Schwert befand und mit diesem vernichtet wurde und nun einen Weg zurück in die Realität sucht.

Als Ghoule durch das Portal kommen, muss man fliehen. Max muss sich ganz offenbar sehr anstrengen, um die Zeit für einige Stunden vor dem Portal anzuhalten. Er kann sein Nasenbluten kaum stillen.

In Björns Privatdetektei

Man trifft sich im Besprechungsraum von Björns Privatdetektei. Noch auf dem Weg macht Alex Björn eine Szene, in der sich alle Gefühle Bahn brechen, die sich seit dem unerwarteten Ende der Beziehung aufgestaut haben. Björn aber, nun stets “Herr über seine Gefühle” versteht Alex und ihren Schmerz nicht mehr und serviert sie sehr, sehr kalt ab. Im Besprechungsraum kommt man kaum dazu sich zu setzen, als die Alarmanlage losgeht. Björns neue, auffällig attraktive Assistentin öffnet ein Portal ins Nevernever, um mit ihrem Chef zu fliehen, als etwas unerwartetes passiert: Ein Bild von Max’ Frau Julia, offenbar eine 1:1 Kopie des Fotos, dass er bei sich trägt, erscheint im Portal und spricht zu ihm: “Bring Ihnen das Kreuz, oder sie werden mich töten!”

Gleichzeitig brechen vier rote Vampire und eine südländische Schönheit durch die Wand zwischen Björns Wohnung und dem Besprechungsraum. Die Südländerin kann offenbar zaubern, eine dunkle, bösartige Wolke breitet sich im Besprechungsraum aus.  Alex, die noch immer aufgewühlt von dem gescheiterten Trennungsgespräch ist, wirft den größten Feuerball auf die Vampire, den sie je gewirkt hat – was mit den Vampiren kurzen Prozess macht, die Wolke verbrennt, die Südländerin aber nicht beeindruckt. Alex ist klar, die “Südländerin” ist eine Projektion. Durch eine Projektion zu zaubern ist aber fast unmöglich: Es muss eine sehr kompetente Magierin sein! Mit diesem Wissen identifiziert sie eine schwarze Obsidiankugel als Fokuspunkt der Projektion. Sie könnte jetzt in ein Willensduell mit der Magiern gehen, traut sich das aber in ihrem geschwächten Zustand nicht zu. Zudem brennt es jetzt, und die Menschen in dem Haus müssen gerettet werden.

Max Haus

Da unbekannt ist, wie die Vampire die Gruppe bei Björn gefunden haben, versucht man die Vampire abzuschütteln – durch Haken schlagen, durch die Waschstraße fahren (in der Hoffnung, das Wasser würde magische Verfolgung verhindern) und noch mehr geschlagene Haken schlüpft man bei Max unter. Dessen Haus liegt etwas außerhalb der Stadt und zeigt an einer Seite die noch nicht völlig beseitigten Spuren gewaltsamen Eindringens. Im Inneren sieht man deutlich, dass hier vor einigen Wochen eine Verwahrlosung begonnen hat. An dem Ultraschallfoto eines Embryos und der Babyerstausstattung wird klar, dass hier bald ein Kind erwartet wird.

Max, der seine völlige Unkenntnis des Übernatürlichen mehrfach gezeigt hat, wurde natürlich gefragt, wie er denn gelernt habe, die Zeit zu manipulieren. Er erzählte von der Entführung seiner schwangeren Frau vor einigen Wochen durch sonderbare Wesen, die so ausgesehen hätten die die heutigen Angreifer. Damals habe er dafür aber noch keinen Begriff gehabt. Die ermittelnden Kollegen hätten ihm nicht helfen können, und dann gestand er, dass er einen Pakt mit einem Wesen namens Achroniel eingegangen sei, der der habe ihn sofort mit mehr Hinweisen zum Verbleib seiner Frau versorgen können, als jeder Andere.

Sophia, die Achroniel als gefallenen Engel erkennt (einst ein Denarier, aber im Kampagnenverlauf wurde seine Münze vernichtet), redet Max ins Gewissen und bittet ihn, die Zeitmagie nicht mehr anzuwenden. 

Heinz Schneider recherchiert derweilen in der Datenbank des Bundeskriminalamts nach der südländischen Magierin, die die roten Vampire begleitet hat. Die Datenbank identifiziert sie ebenfalls als rote Vampirin mit dem Namen Baroneß Isabella. Damit kann eine Verbindung nach Spanien an die Costa del Sol herausgefunden werden: Isabella herrscht über diese Gegend, und ernährt sich und ihre Vampire von Touristen, Flüchtlingen und anderen verlorenen Gestalten dort. Ein Telefonat zwischen Alex und dem Warden in Spanien ergibt, dass dieser sich nicht mehr ohne weiteres an die Costa des Sol traut, seit dem Krieg mit dem Vampiren ist es dort zu gefährlich. Sie wird, so der Warden, stets von zwei weiteren wichtigen Vampiren begleitet: Consuela Caballero und Carlos Villa. Zudem habe sie sehr gute Verbindungen zu beiden Feenhöfen.

Heinz kann zudem mit etwas Getrickse auf die Ermittlungsakte zugreifen, die das BKA zur Entführung von Julia Frey, der Frau von Max, angelegt hat. Damit kann er ausschließen, dass mundane Hintergründe vorliegen – auch mal als Täter haben die ermittelnden Beamten ausschließen können. 

Heinz wird klar, dass er mit seiner Bewaffnung gegen rote Vampire kaum eine Chance hat. Er bittet daher Sophia um geweihtes Wasser und baut sich und Max Spezialmunition, die mit Weihwasser gefüllt ist.

Alex hingegen wollte mehr über die Abstammung von Max’ Ehefrau Julia herausfinden. Wenn sich Vampire aus Spanien für die Frau interessieren, so müssen sie ja wohl einen Grund dafür haben. Am besten kennen sollte die Frau ihr Vater, der ebenfalls in Berlin lebt. 

Der Bezirksschornsteinfeger a.D.

Klaus Briesecke, ein verrenteter Bezirksschornsteinfeger, erwies sich als alleinlebender, sehr charmanter älterer Herr. Ein Blick durchs dritte Auge der misstrauischen Magierin bringt die Information, dass er vom Glück gesegnet ist – es handelt sich geradezu um einen schwachen Avatar des Glücks. Er erzählt auf Wunsch der Gruppe von Julias Mutter. Er habe seine Maggie kennengelernt, als sie vom Baum fiel und er sie durch einen glücklichen Umstand auffangen konnte. Dann habe man sich besser kennengelernt und ein Kind bekommen. Aber bevor er sie heiraten konnte, sei sie gegangen. Er zeigt der Gruppe den Zettel, den sie auf dem Küchentisch hinterließ. Ein Besuch in Julias Zimmer führt zu dem Schluss, dass Julia wohl die Anlage zur Magiern hatte, aber wohl nie als solche ausgebildet worden sei. Ein stark abgenutzter und leicht verkohlter Teddybär und etwas mundane und magische Ermittlungsarbeit erlaubt es, die Mutter von Julia zu identifizieren: Es ist die von den Wardens am intensivste gesuchte Magierin überhaupt: Margaret LeFay

Wo ist die Baroness?

Heinz hatte noch über einen Kontaktmann Hinweise auf einen Drogendealer erhalten, der gelegentlich mit dem Speichel roter Vampire handelt. Dort erfährt man, dass Baroness Isabella zum Entführungszeitpunkt in der Stadt war, und jetzt – wie alle anderen Überbösewichte auch – im Adlon residiere. Dabei stellen Heinz und Max fest, dass sie in solchen Situationen ein hervorragendes Good-Cop-Bad-Cop-Duo abgeben.

Im Athlon kommt “Good-Cop” Max besser an als Heinz und ermittelt vor allem mit Charme an der Rezeption viele Informationen und erhält so sogar Zugang zur Suite. Dort findet sich auch der Hinweis auf eine Fleischfabrik in Berlin-Borsigwalde.

In der Fleischfabrik

Die Vermutung, die Baroness befinde sich dort, bestätigt sich. Während Heinz sorgfältig planend vorgehen will und das Gelände mit einer Drohne ausspioniert, hört Sophia Schreie aus dem Werk und stürzt los. Sie wird in einen Zweikampf mit einem roten Vampir verwickelt, der den Zugang bewacht, was Max und Alex die Möglichkeit gibt, auf das Werksgelände vorzudringen.

Max rennt schneller als Alex und kommt daher als erster an. Er sieht eine Securityfrau am Bein aufgehängt über einem riesigen, schwimmbadgroßen Bottich voller kochendem Blut – sie ist die Ursache der Schreie. Um den Bottich sind die übrigen Vampire verteilt, die unter Anleitung der Baroness ganz offensichtlich ein magisches Ritual durchführen. 

Alex ist klar, dass dieses Ritual nicht einfach unterbrochen werden darf. Eine gewaltige Menge magische Energie würde freigesetzt werden: Das ganze Werk und alle Personen in der Nähe würden sterben. Sie erwartet, dass Max das Ritual stört und sie dann die Magie auffangen und ableiten muss – bei der Menge an Energie kann das ihren Tod bedeuten.

Max verfehlt allerdings, da er ein eher mittelprächtiger Schütze ist, sein Ziel, so dass das Ritual leider ungestört weitergeht. 

Heinz, der als ehemaliger Angehöriger der GSG 9 gelernt hat, dass es dumm ist, hastig und unvorbereitet in unbekannte Gefahren zu stürzen, hat sich die Zeit genommen, zumindest seinen Körperpanzer anzulegen und sich auszurüsten. Als er bei Sophia eintrifft, können sie zusammen den Vampir besiegen. Sie folgen dann ins Innere des Werkes.

Sophia biegt im Dunkeln aber einmal falsch ab, und wie durch eine göttliche Fügung taucht sie auf der Arbeitsbrücke auf, von der die Security hängt und kann diese – nach einem Stoßgebet – auch retten.

Heinz gelingt es derweil die Baroness mit der Weihwassermunition zu treffen, was sie ausreichend verwundet, um das Ritual zu beenden. Alex schickt sich an, die Magie aufzunehmen – aber der scharfe Ermittlerblick von Max erkennt, dass sie sich damit übernommen hat. Er hält erneut die Zeit an, um Alex die Chance zu geben, die Magie kontrolliert abzugeben.

Isabella und die Vampire stürzen sich derweil auf Alex. Heinz kann Alex eine Weile schützen, indem er mit dem Sturmgewehr ein Sperrfeuer legt. Einer der Vampire bricht aber durch, als Heinz sein Feuer auf die Baroness konzentriert. Nur das Opfer von Sophia, die sich mit einem Stoßgebet vor Alex wirft und so statt ihr getroffen wird, verhindert die magische Explosion. 

Aber erst als Max einen Teil der Vampire in einer Zeitschleife fängt, können sie erledigt werden. Den letzten Vampir nimmt man gefangen, um ihn zu befragen. Man erhält Hinweise darauf dass sich Julia mit dem ungeborenen Kind in einem Keller eines Hotelrohbaus in Spanien befindet der von roten Vampiren bewacht wird. Man erfährt auch, dass das Ritual nötig war, um den nächsten Schritt zu erfahren: Die Baroness sei vom roten König beauftragt worden, einer Prophezeiung nachzugehen, bei der es um einen Generationenfluch gehe. So sei man auch auf die Frau von Max gekommen: Man folgte dem Blut.