07 Jan

Miracle Day – In den Tiefen des Hades

[31.12.2017 – 01.01.2018, im Naturfreunde Haus Ebberg/Schwerte]

Jean-Claude Babtiste, Josefine von Richthofen, Quentin Zagreus, Gracie Pendragon, Björn Hansen

Jean-Claude, Josefine, Quentin Zagreus und Gracie treffen sich in einem der letzten, noch im Besitz des Weißen Hofs befindlichen Clubs in Berlin. Gracie ist die neue Angestellte für magische Belange von Josefine für die Zeit, in der Alex mit ihrer Buchführung beschäftigt und praktisch nicht erreichbar ist.

Inzwischen gibt es wieder 25 Weiße Vampire in Berlin, und alle sind damit beschäftigt, die abtrünnigen oder verlorenen Vasallen und Besitztümer von Jean-Claude und Josefine zurück in die Familie zu holen. Auch Pierre, der mundane Sicherheitschef, war in einem solchen Auftrag unterwegs, als er an den Tisch von Jean-Claude und Josefine tritt und ihnen einen Ordner mit einer stattliche Münzsammlung übergibt. Die Münzen sind geschätzt 500.000 Euro wert und stellen die Wiedergutmachung eines polnischen Clubs („Blue Bell“) da, der das Interregnum des Jade-Hofs zu seinem eigenen Vorteil ausgenutzt hatte. Die Freude über die Münzen wärt nur kurz, denn im nächsten Augenblick bemerkt Josefine alarmiert eine Gestalt, die hinter Zagreus steht. Dabei handelt es sich um einen jungen Mann in Griechischer Kriegerrüstung, der erst bemerkt, dass man ihn sehen kann, als sich aller Augen am Tisch auf ihn richten. Mit offensichtlicher Irritation und leicht hektisch versucht der junge Krieger einen Rückzug in die solide Wand des Clubs, von der er jedoch unwürdig zurückprallt. Später wird sich erklären, dass er versuchte ins Nevernever zu wechseln, was ihm wegen der geschlossenen Grenzen nicht gelang.

Zagreus stellt den jungen Krieger zur Rede. Es stellt sich heraus, dass es sich um den jüngsten der Korybanten namens Euripides handelt, der Wachdienst an Zagreus‘ Seite hatte, als die Verbingung zum Nevernever (und damit auch zu seinen Korybanten-Kameraden) gekappt wurde.

Derweil öffnet Gracie ihr Drittes Auge und betrachtet sich Zagreus und Euripides genauer. Sie sieht Zagreus in seiner Wahren Gestalt, erkennt die silberne Kette, die ihn mit Euripides verbindet sowie mehrere abgeschnittenen Ketten, die noch an Zagreus Gürtel hängen. Diese Ketten verbanden Zagreus bis vor kurzem mit den Halsreifen seiner anderen Korybanten, wie man an Hand der noch intakten Verbindung zu Euripides deutlich schließen kann. Zudem nimmt Gracie dichte Efeuranken wahr, die Zagreus fast vollstängig umhüllen und die intrusiv auf ihn einwirken. Unter größten Mühen gelingt es Gracie ihr Drittes Auge zu schließen, ihre magische Wahrnehmung bleibt jedoch für einige Zeit geblendet.

Als sich der Trubel um Zagreus, Euripides und Gracie legt, bemerkt Jean-Claude, dass sich der Ordner mit der Münzsammlung von selbst aufgeblättert hat. In der Mitte der aufgeschlagenen Sammelhülle ist ein Denarius eingesteckt. Im nächsten Augenblick fährt vor dem Club ein Kleintransporter in ein paar parkende Autos. (Später wird sich herausstellen, dass ein geplatzter Reifen zu diesem ungeplanten Crash geführt hatte.) Ein Brandsatz wird in den Club geworfen, den Jean-Claude geistesgegenwärtig zurück werfen kann. Jean-Claude wirft sich in das sich entwickelnde Kampfgeschehen vor dem Club, es wird geschossen, der Transporter steht in Flammen. Am Ende können die Angreifer überwältigt werden. Zwei Menschen sterben bei der Attacke: ein Sicherheitsmann von Jean-Claude und einer der Angreifer. Die gefangenen Angreifer (Sicherheitsleute des „Blue Bell“-Clubs und im Auftrag dessen Chefs unterwegs) sowie die beiden Toten werden in einen gefliesten Kellerraum gebracht. Als die Befragung der Gefangenen noch in vollem Gang ist (und Josefine einen dabei auch tötet), kommen plötzlich die Toten wieder zu sich und winden sich unter unsäglichen Schmerzen.

Dr. Christine Lauterbach wird angerufen und es stellt sich heraus, dass im Krankenhaus ebenfalls die gerade Verstorbenen wieder zu Bewusstsein kommen. Die klassische Nekromantie, die man ja vor wenigen Wochen in Tromsö erleben und erfahren konnte, kann allerdings ausgeschlossen werden. Es fehlt der Trommler und das Phänomen ist zu weitläufig.

Es werden weitere Telefonate getätigt, nach denen klar wird, dass die Grenzen zum Nevernever verschlossen sind. Jeder, der sich im Nevernever aufhält ist jetzt darin gefangen. Zagreus ruft auf Verdacht seine Mutter Persephone an. Zu seinem Erstaunen erreicht er sie unter einer Firmennummer von Monsanto in Düsseldorf. Persephone sagt ihm, dass sie ebenfalls im Diesseits gestrandet sei und wie ernst die Lage sei, denn von ihrer Mutter Demeter weiß sie, dass der Olymp leer ist. Zeus ist verschwunden.

Die Helden beschließen nach Zeus im Hades zu suchen. Sie deklarieren, dass es neben den Zugängen zum Hades durch das Nevernever auch noch mundane Zugänge geben muss, da sonst z.B. Orpheus (ein mundaner Sterblicher) nicht hätte in den Hades gelangen können. Ein solcher Zugang befindet sich in der Nähe des Völkerschlachtdenkmals. Die Helden machen sich auf den Weg. Der Denarius, die Münze Fatasriels, des gefallen Engels der glücklichen Fügung, wird mitgenommen.

Keine Viertelstunde später geraten sie mit ihrem weißen Mercedes-SUV auf einer dreispurigen Ausfahrtstraße in einen Stau. Unter einer breiten Brücke kommt der SUV endgültig zum Stehen. Kläffende Hunde lenken die Aufmerksamkeit auf einen unbeschrifteten Kühl-LKW, der ein paar Wagen weiter vor den Helden zum Stehen gekommen ist. Die Situation eskalliert, als ein bewaffneter Jäger die Nerven verliert und seinen Hund sowie den Fahrer des Kühl-LKW zu erschießen droht. Angetrunkene junge Männer, die ein Auge auf Josefine geworfen haben und diverse Autofahrer machen die Lage nicht übersichtlicher. Es kommt zu einer Orgie in und am Führerhaus des Kühl-LKW, an der Josefine, Jean-Claude, die fünf angetrunkenen jungen Männer und der Fahrer des Kühl-LKW beteiligt sind. Der Fahrer des Aral-Tanklastzugs, der neben dem Kühl-LKW steht, beteiligt sich eigenhändig in seiner Fahrerkabine.

In diesem Chaos schafft Zagreus Fakten: Er öffnet den Kühl-LKW und findet darin eine dicke Lage Erde sowie sechs Holzsärge vor. Eindeutig Schwarze Vampire. Zagreus holt den Ersatzkanister des SUV, schüttet das Benzin in den Kühl-LKW und zündet es an. Gracie tarnt die Aktion vor den anderen Staustehern mit einem Schleier.

Aus der Lüftung auf dem Kühl-LKW entweichen mehrere auffällige Rauchwolken. Zagreus nimmt die Verfolgung auf und kann in Hundegestalt verhindern, dass zwei Polizisten am Ende der Unterführung von zwei Schwarzen Vampiren überwältigt werden. Jean-Claude und Josefine kommen dazu und machen mit den Schwarzen Vampiren kurzen Prozess. (Hier erkennt Zagreus, dass sich Euripiedes nicht weiter als zwei Schritt von ihm entfernen kann, da die Kette nicht länger reicht. Ansonsten gerät die Anwesenheit des Korybanten immer wieder ganz leicht in Vergessenheit. ) Dieser kurze Kampf wird von Björn beobachtet, der über der Szene auf der Brücke ebenfalls in einen Stau geraten war. Björn hatte gesehen, dass ein Kleinbus aus der Spur ausgebrochen war, gegen einen PKW prallte und dann über das Brückengeländer auf die darunterliegende dreispurige Fahrbahn stürzte. Dieser Unfall bewirkte den Stau, in den Jean-Claudes SUV fuhr. Björn befragt ein paar Zeugen, muss aber erkennen, dass es sich bei dem Unfall wohl einfach um ein Unglück und nicht um eine Attacke oder Ähnliches handelt. Björn ruft Jean-Claude an und man verabredet sich auf einem Pizza Hut-Parkplatz in der Nähe, sobald sich die Staus auflösen.

In der Zwischenzeit kämpft Gracie in der Unterführung ihren ganz eigenen mutigen Kampf: Sie war als einzige beim SUV zurückgeblieben und bemerkt deshalb, dass durch das Feuer im Kühl-LKW brennende Isolierung aus dem Kofferaufbau rund um das Fahrzeugt tropft. Auch auf den Tank des LKW, der ja direkt neben einem Aral-Tanklastzug steht. Gracie klettert auf den Tanklastzug, um einen besseren Überblick zu bekommen und setzt dann einen magischen Schild rings um den Kühl-LKW. Dieser gewaltige Schild verhindet, dass es in der Unterführung zu einer großen Katastrophe kommt, als nämlich der Kühl-LKW schließlich in Flammen aufgeht. Dutzende Menschenleben werden so gerettet.

Im Pizza Hut: Aus den Frachtpapieren des Kühl-LKW und der Befragung des Fahrers im Krankenhaus geht hervor, dass die Schwarzen Vampire von Leipzig nach Berlin in ein Industriegebiet transportiert werden sollten. Das Zielgebäude gehört einer Firma mit Verbindungen zum Roten Hof. In der Umgebung wurden schon häufiger Ghule gesichtet.

Das Phänomen des Nicht-sterben-könnens stellt sich laut TV-Nachrichten als weltweit heraus („Das Wunder von Melburne“).

Die Helden (jetzt mit Björn) setzten ihre Fahrt zum Völkerschlachtdenkmal fort. Dort angekommen, setzen sie ihren Weg zu Fuß zur „Höllenklamm“ fort, in dem sie bequem einem ausgeschilderten Rundwanderweg folgen.

An dem mit einem starken Schleier getarnen Durchgang in die Unterwelt gibt es ein kurzes Intermezzo mit Zerberus, dem dreiköpfigen Wächterhund des Hades. {Hier kriege ich nicht mehr so genau zusammen, wie die Situation gelöst wurde.}

Dann folgen die Helden dem schmalen Pfad durch riesige Höhlen und an bodenlosen Klüften vorbei. Kurz bevor sie den Fluß Styx erreichen, sind die Kavernen dicht gedrängt mit den Seelen der Verstorbenen, die just in dem Moment in die Unterwelt gelangten, als die Grenzen zum Nevernever geschlossen wurden und somit den Styx nicht mehr überqueren konnten. Die Präsenz der unzähligen Seelen lastet auf allen anwesenden Sterblichen, besonders aber auf Björn, der sich weigert weiterzugehen und mit dem Gedanken spielt sich in den Styx zu stürzen. Jean-Claude, nimmt sich seiner an und lenkt Björn erfolgreich von seiner Depression ab. Björn wird nie mehr derselbe sein, vor allem aber ist er keine Jungfrau mehr. Jean-Claude ist sehr zufrieden mit sich und entwickelt zarte freundschaftliche Gefühle für Björn.

Am Ufer des Styx angekommen ist nun nicht klar, wie man ihn überqueren kann, denn das Fährboot liegt am anderen Ufer und der Fährmann Charon ist nicht zu sehen. {Auch hier fehlen mit ein paar Szenen. Ich weiß noch, dass der Denarius aus Jean-Claudes Tasche fiel, dass Gracie ihn haben wollte, dass sie eine Spirit-Evocation gemacht hat, die die Seele ihres Vaters traf, als sich dieser ihr gerade zeigen wollte, dass Josefine irgendwas wirklich cleveres in ihrem Ausrüstungspaket hatte …}

Am Ende ruft Zagreus Styx, die Göttin. Sie lässt das Wasser des Flusses still werden und die Helden wandeln über den Fluss der Unterwelt in das Reich Hades‘.

In Hades‘ Halle finden sie den Gotter der Unterwelt und Charon, den Fährmann vor. Beide sind hier in ihrem eigenen Reich gefangen. Zagreus erklärt Hades um was es geht und Hades eröffnet ihnen, dass Zeus im Tartaros gefangen ist. Da Hades dort nicht hingelangen kann, ist es an den Sterblichen dorthin vorzudringen. Jean-Claude, Josefine, Björn und Gracie trinken vom giftigen Wasser des Styx, denn nur tot können Sterbliche den Tartaros betreten. Zagreus bekommt Wasser von Hades, um seine Kameraden dort wiederzubeleben.

Im Tartaros wandeln die Helden durch die Höllen, bis sie schließlich das Tor zu einer Dunkelheit finden, die sich in alle Richtungen bis in die Unendlichkeit erstreckt. Hier, an eine gewaltige steinerne Säule gefesselt, finden sie Zeus schlafend vor. Sein Leib ist von goldenen Efeuranken umwunden und er kann nicht geweckt werden. In einem Käfig unmittelbar neben der Säule ist Manfred von Richthofen gefangen, der mit Hohn und Spott Josefine und Jean-Claude begrüßt. Nach einem verbalen Schlagabtausch mit dem gefangenen von Richthofen wird Zeus näher untersucht. Zagreus probiert den Stab Persephones aus, den er aus Hades‘ Reich zuvor mitgenommen hatte. Die goldenen Efeuranken können zwar von Zeus‘ Körper entfernt werden, aber der goldene Schimmer bleibt auf seinem reglosen Körper. Die Helden kommen zu dem Schluss, dass hier nur ein magisches Ritual helfen kann. Allerdings stellt sich die Frage, woher die Unmengen an Energie kommen sollen, um Heras Bann (der goldene Schimmer) zu lösen. Die Lösung ist originell und clever: Die disfunktionale Beziehung von Zeus und Hera findet ihr Pendant annähernd in der disfunktionalen Ehe von Jean-Claude und Josefine. Kann diese Beziehung bereinigt werden, so kann die dabei entstehende emotionale Energie als Fokus für das magische Ritual genutzt werden, dessen Ziel die Auflösung von Heras Bann über ihren Gatten ist.

In einem magischen Kreis stehend und unter Björns kompetenter Anleitung sprechen sich Jean-Claude und Josefine aus. Und das dauert. Und wird sehr emotional. Und füttert den magischen Kreis mit einhundert shifts of power. Dem magischen Äquivalent von mindestens zwei nuklearen Sprengsätzen. Als Gracie soweit ist und gerade den magischen Kreis um Jean-Claude und Josefine durchbrechen will, um die Energie in ihr Ritual zu leiten, spricht die Gestalt im Käfig, die die ganze Zeit interessiert zugehört hatte. Es ist nämlich nicht Manfred von Richthofen, der neben Zeus in der dunkelsten Hölle des Tartarus gefangen ist, sondern Lucifer selbst. Und richtiger wäre auch die Formulierung, dass man Zeus in Lucifers lichtlosen Kerker neben seinem Käfig gefesselt hatte. Lucifer hält eine Locke von Zeus‘ Haaren in der Hand und macht den Helden klar, dass das Ritual sie alle vernichten wird, da sich ein Teil von Zeus außerhalb des schützenden äußeren magischen Kreises befindet. Er will den Denarius, der sich wieder in Jean-Claudes Besitz befindet, gegen die Haarlocke tauschen. Aha, das war also der Plan der Münze. Da erkennt Zagreus (mittels einer legendären Empathie-Probe), dass Lucifer lügt und gar keine Haarlocke von Zeus besitzt. Es kann weitergehen und Gracie leitet die gewaltige Energiemenge in das vorbereitete Ritual. In dem elementaren Sturm, der um die Helden tost, als die magischen Kräfte kanalisiert werden, fällt der Denarius aus Jean-Claudes Tasche. Und rollt auf Lucifers Käfig zu. Wieder hängt der Faden des Schicksals an einem einzelnen mundanen Sterblichen: Björn. Mit einer legendären Athletik-Probe, die Björn wirklich jeden zur Verfügung stehenden Aspekt und fast alle Fate-Punkte abverlangt, tritt Björn knapp vor Lucifers gierig greifenden Fingern auf den Denarius.

Das Ritual hat erfolgreich Heras Bann von Zeus genommen. Zeus wird wach. Und freut sich ungemein seinen Sohn Zagreus zu treffen. Der Junge wird väterlich im Genick gepackt und liebevoll mit Kopfnüssen bedacht. Zagreus mag das – meint Zeus.

Dem göttlichen Allvater wird erklärt was Sache ist. Zeus ist weniger entsetzt, als vielmehr Kummer gewohnt. Hera ist schon ein stattliches, rachsüchtiges Weib, das ist bekannt. Doch dann fällt der Blick des Götterfürsten auf Josefine und siehe da, Hera, die Gattin und Persephones Ränke (oder besser: Ranken) sind vergessen. Die liebliche Josefine, das ist ein Weibsbild ganz nach Zeus‘ Geschmack. Stattliche Kinder will der Allvater mit ihr zeugen und Josefine kann sich kaum noch retten. Jean-Claude geht schließlich als guter Ehemann dazwischen.

Dann sind plötzlich alle wieder in Hades Halle. Charon, der Fährmann, hat seine Arbeit wieder aufgenommen. An Hades Tafel wird fürstlich/göttlich aufgetischt. Zeus ist bester Laune. Sein Blick fällt abermals auf Josefine und es wird klar, bald gibt es kein Entrinnen mehr. Da opfert sich Jean-Claude, der Ehemann, für seine Gattin. Zeus zögert nicht lange, räumt mit einem weiten Schwung seines Armes den Tisch vor sich frei und greift sich Jean-Claude. Der Rest ist Geschichte.

 

Epilog:

Am Abend, als Josefine nach Hause kommt, findet sie auf ihrem Kopfkissen die Geschmeide Helenas vor. Die Originale. Die aus dem Museum. Ein Geschenk von Zeus.

Im finstersten Kerker des Tartarus überlegt Lucifer, wie er die intimen Informationen über Jean-Claude und Josefine für seine Zwecke nutzen kann.

 

 

04 Jan

Brief von Ernst-August an Alex und Josefine

Liebe Alex, Liebe Josephine,

wenn die Winde der Veränderung wehen, dann bauen manche Schutzmauern, andere errichten Windmühlen.

Doch wehen derzeit keine Winde, keine lauen Lüftchen, es toben die Stürme der Veränderung und ich werde bestimmt nicht jetzt damit anfangen Mauern zu bauen, wo doch Klugheit, Wissen und Mut gefordert sind. Mir steht der Sinn nach stabilen Windmühlen! Ich begleite derzeit Jean auf seinen ersten Schritten im Winter und versuche parallel dazu das zarte Band mit meiner Gemahlin neu zu vermessen.

Ich schreibe euch beiden, da ihr die Gefährten seid, die an jenem schicksalshaften Tag in Berlin Zeuge wart. Ihr wart Zeuge der Geburt eines Kindes, das nie hätte entstehen dürfen. Ihr wart Zeuge wie der Winterritter starb. Ihr wart Zeuge wie das Amt des Ritters auf unseren Jean überging, und ihr ward Zeug wie ein zweites Kind gezeugt wurde, ein Kind, das ebenfalls niemals hätte gezeugt werden dürften, doch ich greife vor.

Zunächst, Jean geht es nicht gut. Ich mache mir große Sorgen um ihn. Es ist zu viel. Es ist schon für einen stabilen und gesunden Menschen eine grausame Bürde, sich mit dem Winter in seinem Inneren, seiner Seele, auseinandersetzen zu müssen. Für einen weißen Vampir? Er wird bei lebendigem Leib zerrissen, zerfetzt von der Kälte seiner neuen Herrin und dem Dämon, der ihn treibt. Ich fürchte, wenn es nicht gelingt ihn zu retten, dann werden wir bald einen neuen Slate haben, aber leider einen deutlich gefährlicheren!

Ich habe nun folgerichtig das getan, wofür Zauberer seit jeher bekannt sind: Ich habe studiert, recherchiert, verglichen und nachgedacht, gründlich und an verschiedenen Orten. Und ich kann euch voller Freude und mit ein wenig Stolz verkünden: Jean ist noch nicht verloren! Ich habe mehrere Quellen gefunden, die belegen, dass kein Gesetz existiert, wonach der Winterritter ein Amt auf Lebenszeit ist. Der Mantel des Ritters gehört der Königin! Sie kann darüber nach Belieben verfügen. Sie „kann“ den Mantel jederzeit weitergeben, auch ohne den Tod des Ritters. Nun kommt das aber: „Warum sollte sie das tun?“ Aus Menschlichkeit? Wohl kaum. Es ist ganz schlicht praktischer, schneller und vor allem risikoloser (!) den Mantel des Ritters durch Tod zu übertragen, aber es ist nicht unmöglich!

Das bedeutet, wir müssen lediglich die grausame Königin davon überzeugen, dass sie Jean frei lässt. „Was soll da schon schiefgehen?“, fragt ihr euch bestimmt und ich sehe euch schon dabei grinsen. Aber ich bitte euch noch um etwas mehr eurer kostbaren Zeit, meine Freunde, und Freunde ist es doch was wir sind, oder? Wir müssen der Königin von Eis und Dunkelheit lediglich etwas anbieten! Wir müssen einen Handel konstruieren, wir müssen sie dazu bringen uns entweder einen Gefallen zu schulden, der groß genug ist das zu fordern, oder wir müssen es zur Bedingung eines Paktes machen.

Nun zum zweiten Punkt: den Kindern. Derzeit gehen merkwürdige Dinge am Winterhof vor sich. Mab hat seit der Geburt ihrer Tochter nicht mehr gesprochen! Maeve wirkt so selbstzufrieden, dass es den ohnehin schon kalten Winter auf Arctis Tor schockgefrieren lässt. Man munkelt von einer Verschwörung der Damen von Sommer und Winter. Auch hier habe ich mich auf die Tugend des Zauberers konzentriert und weniger den Gerüchten, als den Quellen, den Überlieferungen und den Niederschriften der Weisen meine Aufmerksamkeit geschenkt. Auch hier wurde ich belohnt, wenngleich es deutlich schwieriger ist von „gesicherten“ Erkenntnissen zu sprechen. Doch eines nach dem anderen.

Ich bin auf Quellen gestoßen, die erklären, warum keine (!) der Feenkönigen leibliche Kinder zeugen soll. Sie können es, sie wollen es vielleicht auch, aber es ist nicht weise! Durch die Schwangerschaft und die Geburt, gibt die Mutter unwiederbringlich ein Teil ihrer Essenz an das Kind weiter. Sie hat Zeit Lebens ein Band zu ihrem Kind und das meine ich nicht nur auf moderne psychologische Weise! Es besteht ein Band, dass sie fühlen lässt wie es ihrem Kind geht, es besteht ein Band, das, wenn man es zu nutzen weiß, einer Mutter erlaubt ihrem Kind auch über große Distanz zu helfen. Aber dieses Band ist nicht auf eine Richtung beschränkt! Oder verkürzt: Wer das Kind hat, der hat Macht über die Mutter!

Ich verstehe die Zusammenhänge noch nicht vollkommen, aber Mab hat hier untypisch unklug agiert, sie hat sich verletzlich gemacht und nicht wenige am Hof arbeiten deswegen an ihrem Sturz, allen voran die potentielle neue Königin, Maeve. Seht ihr den Zusammenhang? Genau hier können wir ansetzen! Was Mab zu verlieren hat wiegt schwer, schwer genug für einen Deal um unseren Freud zu retten.

Ich werde weiter forschen und halte euch auf dem Laufenden. Leider bin ich derzeit schwierig zu kontaktieren, weswegen ich Dir, liebe Alex, empfehle auf einen alten Boten zurückzugreifen, den schon Prospero, dein Vater und ich einst nutzten. Er heißt Asalluchi und ich bin mir fast sicher, dass dir das Wissen um seine Beschwörung schon in die Wiege gelegt wurde. Der Dämon ist, soweit man das für Wesen seiner Klasse überhaupt sagen kann, „vertrauenswürdig“, mit den üblichen Einschränkungen natürlich. Aber er scheint durchaus geeignet für einen solchen Auftrag. Natürlich solltest du keine absolut vertraulichen Informationen versenden, ohne einen soliden Geheimhaltepakt, aber das ist dir natürlich alles bekannt.

Nun denn meine Lieben, alle für einen und einer für alle, lasst uns keine Mauern bauen, sondern Windmühlen!

Euer Freund

 

Ernst-August

04 Jan

Brief von Alex an Jean

Brief an Jean von Alex

Lieber Jean,

Dein Brief hat mich sehr berührt. Wir alle wollten Josefine und das Kind gleichermaßen schützen, aber Du bist derjenige, der zunächst den ultimativen Preis dafür zahlen muss. Aber sei versichert, lieber Jean, dass Ernst-August und ich daran arbeiten, um Wege zu finden, wie wir den Mantel des Winterritters von Dir nehmen können – ohne Dir dabei zu schaden. Bitte vertraue uns und halte durch!
Die größte Gefahr für Dich geht derzeit von den Aspekten des Winters aus, die der Mantel versucht auf Dich zu übertragen. Bedenke aber, wie bewundernswert stark Du Dich bereits gegen Deinen Hunger stemmen konntest. Dass Du Deinen Schwur mir gegenüber nie gebrochen hast, erfüllt mich mit tiefer Bewunderung und allergrößtem Respekt. Ich bin fest davon überzeugt, dass Du auch dem Winter eine Weile lang trotzen kannst, wenn Du das nur inständig willst. Und wenn die Kälte übermächtig zu werden droht, … dann denke an mich. Vielleicht kann Dir das Dein Herz erwärmen, auch wenn es für mich das Spiel mit dem Feuer bedeutet …

Deine Alex.

04 Jan

Brief von Josefine an Jean (unausgeliefert)

(Brief wurde aus nicht näher geklärten Gründen nicht ausgeliefert.)

 

Onkel Jean,

ich weiß, was du für mich getan hast.

Ich werde nicht ruhen, bis dir geholfen ist. Bis dahin hoffe ich, dass wir uns nicht auf unterschiedlichen Seiten gegenüberstehen werden. Bitte schütze mein Kind, wenn das in deiner Macht liegt.

Deine ewig dankbare Nichte

Josefine

04 Jan

Brief von Josefine an Ernst-August

Lieber Ernst-August,

 

Ich hasse dich nicht.

Ich wünschte ich könnte es, denn du hast mir mein Kind genommen – unser Kind. Doch jetzt erleben wir, wie stark das Band geknüpft ist, das uns beide verbindet. Du hast lieber den Spross deiner eigenen Lenden für immer fortgegeben als mein Leben zu riskieren. Doch ich erkenne, warum du es getan hast. Du hast das große Spiel gespielt und versucht, alle Seiten zu retten. Auch wenn ich an dieser Stelle anders entschieden hätte, weiß ich deine Wahl zu respektieren. Du hattest Erfolg – du hast alle Leben gerettet, hast mich gerettet. Der Preis war hoch. Was er für unser Kind bedeutet, wage ich nicht, mir auszumalen. Doch es lebt.

Ernst-August, unser Kind ist nun Spielball der Feenhöfe geworden, schutzlos in Arctis Tor, denn wir haben nichts mehr in der Hand, was Mab respektieren muss. Ich habe Stella verloren. Die Tochter der Winterkönigin wurde von der Sommerlady Aurora genommen. Maeve stand daneben und rührte keinen Finger, obwohl es in ihrer Macht gelegen hätte, denn sie erschien statt Mabs (denn gegen eine Lady zu bestehen vermag ich nicht).

Du hast mir den einzigen Weg aufgezeigt, wie ich verhindern kann, dass sich so etwas wiederholt, den einzigen Weg, den ich gehen kann, um unser Kind wiederzugewinnen:

Macht.

Ich werde nun meinen eigenen Weg gehen, selbst die Macht besitzen, um ernst genommen zu werden. Vater gibt mir mehr und mehr Verantwortung in der Familie von Richthofen. Ich baue meine Basis aus. Ich muss vorsichtig sein, denn der Preußische Hof ist eine Schlangengrube. Das Gift dieser Schlangen wirkt langsam und tödlich, und ich bin jung im Angesicht meiner lieben Verwandtschaft.

Doch ich habe etwas, das meine Onkel und Tanten nicht besitzen: Freunde. Ich habe dich, ich habe Björn (hoffentlich bald wieder) und Alex, ich habe Zagreus und ich habe, wenn es gegen meine Verwandtschaft geht, Onkel Jean (hoffe ich). Wenn ich ihn mit all seiner Erfahrung jemals gebraucht habe, dann jetzt. Doch er geht nun auch seinen eigenen Weg und mich fröstelt bei dem Gedanken an seinen Kampf. Ich habe Gefährten, denen ich zu vertrauen wage, und das ist mehr, als ein Mitglied des preußischen Hofes jemals von sich behaupten konnte.

Mein Weg wird mich verändern, verändert mich schon jetzt. Ich habe den Blick in Alexandras Augen gesehen, als mich nach dem Kampf gegen beide Denarier – nachdem ich Stella vor der Münze gerettet hatte – der Hunger überkam. Sie erkennt, dass das Monster in mir wächst.

Und ja, es wächst, und ich lasse es wachsen. Ich habe nun etwas, für das es sich zu kämpfen lohnt. Unser Kind ist in Gefahr. Mein Leben ist in Gefahr. Ich durchschaue das Spiel der Feenhöfe noch nicht vollständig, doch wenn ich ihnen das nächste Mal begegne, dann werden sie es nicht mit der kleinen Josefine zu tun haben.

Sie werden der Macht des Weißen Hofes in Preußen entgegentreten müssen.

 

Ernst-August, ich will dich nicht hassen. Du hast so viel riskiert, um mich zu retten. Du wohnst in meinem Herzen wie ich es zuvor nicht für möglich gehalten hätte. Ich bin vermutlich die schlimmste denkbare Mutter, doch ich werde alle Kraft daran setzen, dieses Kind zu schützen. Ich hoffe sehr, dass wir darin ein gemeinsames Ziel haben, denn ansonsten verliere ich mehr als einen Freund.

Ich werde versuchen, auf dem schmalen Grad zwischen Monster, Mutter und Freundin zu wandeln. Vielleicht kann ich eines Tages sogar wieder zur Geliebten werden. Wenn uns wirklich so viel verbindet wie ich glaube, dann wirst du mir dabei helfen, nicht in bloß die schlimmste dieser Kategorien zu fallen.

 

Die deine,

Josefine

04 Jan

Brief von Jean an Alex

Meine liebe Alex,

ich werde jetzt Berlin den Rücken kehren – als Winter Knight muss ich mich mehr denn je aus der Politik der weißen Vampire heraushalten. Es ist geradezu absurd, dass ausgerechnet ich jetzt ein Machtinstrument politischer Interessen sein soll, da ich es 300 Jahre verstanden habe, mich nur meinen Interessen zu widmen und um alle Politik einen Bogen zu machen.

Zu meinen Interessen gehörtest auch du – kaum jemand hat mich in den letzten hundert Jahren mehr inspiriert. Dir habe ich es zu verdanken, dass ich angefangen habe, erstmals in meinem Leben über moralisches Verhalten nachzudenken. Ich weiß, es war noch weit davon entfernt, was du darunter verstehst. Aber immerhin, ich habe meinen Schwur dir gegenüber gehalten und meinen Hunger nicht mehr mit dem Leben eines anderen bezahlen lassen. Ich verstehe dieses neuzeitliche Konzept von Gleichheit nicht wirklich – es kommt mir sehr am Leben vorbei vor. Niemand ist gleich – und niemand hat die gleichen Voraussetzungen. Ein Zauberer kann etwas anderes – und wird etwas anderes wollen und tun als ein weißer Vampir oder ein Angehöriger des Winterhofes. Ich war damals dabei, als es hieß „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“. Es kam zu einer Machtverschiebung. Mehr allerdings in meinen Augen nicht. Wer Macht hat, hat das Sagen – und schert sich im Grunde wenig um das Wohl anderer.

Ich glaube, du hättest dich gut mit Voltaire verstanden – ich fand Diskussionen mit ihm durchaus anregend, aber in meiner Jungend war ich damals sehr arrogant und überzeugt, die einzige Wahrheit zu kennen. Seinen Idealismus, dass alle „Bürger gleich sind“ habe ich allerdings schon damals bewundert – er trug so eine Leidenschaft in sich, er wollte tatsächlich die Welt verbessern. Diese Leidenschaft sehe ich in dir Alex, auch wenn ich sie nicht verstehe. Für mich ist die Welt so, wie sie ist, es gibt welche, die fressen und andere, die gefressen werden. Daran zu rütteln, ist für mich, als wolle man an der Abfolge der Jahreszeiten rütteln.

Doch hast du es geschafft, dass ich erstmals darüber nachgedacht habe, ob es denn nötig sei, immer nur den eigenen Gelüsten zu folgen – und mein inneres Monster loszulassen. Was macht einen aus? Ist es das Ausleben jeglicher Gefühle und Neigungen oder eben das Zügeln dieser? Wo beginnt der eigene Wertekanon? Wo hört er auf? Was kann man selbst beeinflussen – was beeinflusst einen? Wenn der Hunger mich bestimmt, was bleibt von mir selbst übrig? Gerade habe ich angefangen, mein „Monster“ zu kontrollieren, habe Wege entdeckt, damit zu leben – und doch ich zu bleiben.

Auch die Verantwortung für Josefine, die mir meine Schwester übertrug, hat einiges dazu beigetragen. Plötzlich ein Vorbild zu sein und sein eigene Taten dahin gehend zu überdenken. Wie will ich wahrgenommen werden? Was soll jemand lernen? Ich fürchte allerdings, dass ich bei Josefine nicht sehr erfolgreich war – ich war dieser Rolle wohl auch nicht wirklich gewachsen. Trotzdem hat sie mich an eines erinnert, was ich dachte, vergessen zu haben: es gibt andere, die wichtiger sind als man selbst. Das eigene Leben wird letztendlich irrelevant, wenn dieses eine auf dem Spiel steht. Allerdings hat es mich auch das gekostet, was mir mehr wert als alles andere auf der Welt war: meine Freiheit.

Indem ich Josefine schützen wollte und auch versucht habe, deiner Moral zu folgen, dass selbst ein ungeborenes Leben schützenswert ist (eine sehr seltsame Vorstellung) und ich also versucht habe, das Leben von Mutter und Tochter zu retten, musste ich einen Preis zahlen. Es erinnert mich daran, warum ich allen Bindungen entsagt habe und keine Verantwortung wollte – der Preis ist immer zu hoch. Jetzt bin ich also der Winter Knight und ein zweites Monster gesellt sich zu meinem ersten. Gerade als ich dachte, ich könnte mit einem leben und trotzdem Jean-Claude sein.

Wie soll ich jetzt noch einen Weg finden, ohne mich vollständig zu verlieren? Sich gegen Mab auflehnen zu wollen ist so, als fordere man das Universum heraus – unmöglich. Wenn Kant also meint, Menschen seien frei insofern sie sich von Gründen – Gründen zu urteilen und Gründen zu handeln – leiten lassen, dann bin ich unter der Knechtschaft von Mab im wahrsten Sinne des Wortes unfrei. Denn eine Autonomie des Handelns sehe ich nicht mehr gegeben.

Verzeih mir liebe Alex, dass ich dich mit meinen Gedanken so überhäufe – ich habe die letzten Nächte kaum etwas anderes getan, als zu grübeln. Ich wollte, ich könnte zu den unbeschwerten Zeiten zurückkehre und dir passendes Geschmeide zu deinen herrlich grünen Augen aussuchen – und dabei schwarze Vampire bekämpfen oder das Geheimnis eines Dolches lüften.

Ich gehe zurück nach Hamburg. Ernst-August wird mich auf dem Weg begleiten – über seine Freundschaft und seine Unterstützung bin ich wirklich sehr froh! Vielleicht sieht er eine Möglichkeit, die ich noch nicht wahrnehme. Immerhin ist er ein Kenner des Winterhofes und ein sehr kluger Zauberer.

Ich werde weiterhin unter der Hamburger Adresse zu erreichen sein. Sollte sich das ändern, sage ich Bescheid. Wenn du irgendetwas brauchst, lass’ es mich wissen. Grüße deine entzückende Nachbarin, Frau Bikowski, von mir – sie wird jetzt nichts mehr entgegennehmen müssen.

Dein

Jean-Claude

 

06 Aug

Weiße Macht

SL Karsten

Josefine von Richthofen findet im Safe ihres Vaters Manfred, des Barons von Berlin, den Pfeil Amors. Sie spart sich dieses Wissen aber für später auf.

Gemeinsam mit Alexandra Lehmann (Susi), Ernst-August von Richthofen (Timo) und Björn (Corinna) plant man die Befreiung des am Winterhofs eingeeisten Onkels Jean-Claude, dem Weißen Vampir, der bei der Geburt von Josefines Kind Amalthea zu deren Verteidigung eingriff und zu Mabs Winterritter wurde.

Nach diversen Recherchearbeiten und Planungen gingen wir an den Winterhof und fanden Mab beinahe sterbend vor, während Maeve vor Energie nur so barst. dazwischen bestand, wie Ernst-August über das Dritte Auge herausfand, ein direkter Zusammenhang: Über das Winterkind Stella, das damals zeitgleich mit Amalthea geboren worden war, wurde Mab Kraft entzogen und an Manfred von Richthofen und Maeve verteilt. Und irgendwo darin fanden sich auch die Spuren der Denarier …

Die Verhandlungen mit Mab stellten sich dank des zwischengeschalteten Grimalkin als schwer, aber möglich heraus. Die Verhandlungen ergaben, dass Mab Jean-Claudes Freiheit vom Eismantel gegen Stella tauschen würde, im Gegenzug aber den Wintermantel von ihm nehmen würde, wenn ihr Manfred von Richthofen ausgeliefert würde. Der Handel wurde eingegangen.

Zurück in Berlin standen die Dinge Kopf. Jean-Claude kam als mehr oder weniger er selbst zurück; denn damit er sich Alex‘ Liebe für würdig erweisen könnte, verzichtete er darauf, Unschuldige zu töten. Wir planten derweilen die Hochzeit von Josefine und Jean-Claude, um eine stabile Machtbasis zu erhalten, sobald Manfred vom Thron gestoßen wäre.

Das Finale zum Geburtstag Manfreds von Richthofen verlief entsprechend blutig – Jean-Claude bezwang ihn, verlor dann aber die Beherrschung über sich und nährte sich von ihm. Um einen Kontrollverlust zu vermeiden, schlug Josefine ihm dabei den Kopf ab.

Der Pfeil Armors wurde in einem Ritual verbraucht (?), um Manfred von Richthofen zu schwächen.

06 Aug

Berlin

Das Berlin der Dresden Files Appreciation Society ist stark vom Hof der Weißen Vampire, namentlich der Familie von Richthofen, dominiert. Die Schwarzen Vampire hatten sich zwischendurch eine starke Machtbasis in der Stadt aufgebaut, sind aber bei ihrem ultimativen Spiel um die Macht in der Stadt gescheitert.

Ein weiterer machtvoller Faktor in der Stadt ist der Winterhof der Feen. Namentlich Maeve hat mehrfach versucht, ihren Einfluss ausuzbauen.

Zwei Denarier wurden bereits mehrfach in Berlin gesehen: Castariel (der gefallene Engel der Namen) und Achroniel (der ehemalige Hüter der Zeit). Ihr Interesse an Berlin ist noch nicht vollständig aufgedeckt.

Wer – außer einem speziellen letzten Warden von Deutschland, Benelux und Frankreich – noch *keine* Macht in Berlin hat, ist der Weiße Rat der Zauberer. Ihnen wurde durch einen Handel mit dem Weißen Hof der Vampire der Einfluss in der Stadt untersagt. Das lockerte sich kürzlich (und ist personell gebunden an den Warden Alex Lehmann).

10 Mai

Der Slawische Schutzkreis

Samstag, 6. Mai

 (SL Lena)

Karsten (Peter Zagreus)

Tilo (Bernd Thoms)

Micha (Pater Sebastian: Ritter des Kreuzes)

Katja (Silvia Petermann: Polizistin, die Geister sehen kann)

Eine alte Schulfreundin von Alex, Silvia Petermann1, ruft den Warden zu einem Tatort in der Spandauer Zitadelle. Zwei Tote liegen im Magazinraum des Museums und der Slawische Hausstein (ein Findling) wurde gespalten. Reste eines Denars finden sich auf dem Stein. Die Sicht enthüllt, dass der Denar Achroniels die Zerstörung des Steins verursacht hat. Achroniels Münze ist zerstört und der gefallene Engel wurde von der Münze getrennt. Er ist quasi frei. Der Hausstein wurde mit einem Slawischen Ritual und der Münze gespalten. Die Münze wurde als Antithese zur Hausgottheit verwendet.

Pater Sebastian und Zagreus kommten zum Museum und ebenso ist Bernd vor Ort.

Die zerstörte Münze wurde von der Spurensicherung weggebracht.

In einem Restaurant bespricht sich die Gruppe, als Silvia per Telefon einen weiteren Tatort genannt bekommt: eine tausendjährige Eiche im Schloss Köpenik. Die Gruppe reist durchs Nevernever dorthin um auf jeden Fall vor der Spurensicherung dort zu sein.

Die Eiche wurde ebenfalls mit einer Münze gespalten. Alex bereitet ein Ritual vor, um die entweichende Schutzkraft des Baums aufzufangen, zurückzuleiten und damit den Baum zu retten. Es ist klar, dass der ursprüngliche Schutz nicht erhalten bleibt, aber zumindest wird dieser Teil eines alten Berliner Schutzkreises nicht gänzlich zerstört.

Zagreus verhandelt im Nevernever mit dem Gott der Eiche Berka und wird dessen Champion.

Pater Sebastian, Bernd und Silvia werden als Foki in den Ritualkreis eingebaut, Bernd greift zum ersten Mal auf die Magie des Sommerhofes zurück. (Ritual insgesamt gegen 50 shifts.)

In der Zwischenzeit und unbemerkt wird Pater Sebastian von Achroniel verführt, die ja nicht länger an ihre Münze gebunden ist.

Das Ritual klappt, die Energie wird jedoch dann überraschend von Pater Sebastian gegen die Eiche gelenkt. Silvia stellt sich dem Energiestrahl in den Weg und schütz damit die Eiche. Sie wird so zu einem Emissary des Gottes Berka. Das ganz große Desaster kann verhindert werden, indem Pater Sebastian Achroniel überwindet und wieder die Kontrolle über seinen eigenen Körper gewinnt. Alex hat während des Rituals ein Gespür für den Berliner Schutzkreis bekommen und mit Sebastians Hilfe wird klar, dass sie in die Marienkirche in Berlin-Mitte müssen, da dort die nächste Zerstörung stattfinden soll.

In der Kirche treffen sie auf ein 13-jähriges Kind, das Alex als Josefines und Ernst-August Tochter erkennt. Sie hat die Münze und will damit die Grabplatte Albrechts des Bären zerstören. In einem Flashback wird geklärt, dass Alex dem Baby seinen Wahren Namen gegeben hatte, als sie es nach der Geburt Mab übergab. Das Kind heißt Amalthea. Und als Alex den Namen ausspricht, kann sie zu dem Kind durchdringen. Es kann so verhindert werden, dass Amalthea die Grabplatte zerstört. Grimalkin, der das Kind beschützt/unterstützt versucht Alex daran zu hindern mit Amalthea zu reden, wird aber von Zagreus, Bernd und Silvia aufgehalten. Pater Sebastian übernimmt die Schuld (Schulden) Amaltheas. Das Kind ist wieder vom Einfluss des Denariers Castariel und den Schulden des Winterhofs gegenüber den Denarieren (der Kampf um Stella) befreit. Castariel geht in Sebastian über. Dort sind Achroniel und Castariel nun vereint in einem Körper und Pater Sebastian wird vollständig von ihnen übernommen.

Castariels Münze verschwindet mit Sebastian.

Maeve kommt und holt Amalthea und den Grimalkin ab. Alex raunt Amalthea noch zu, dass sie sich jederzeit an sie wenden könnte, wenn sie Hilfe benötigt.

Alex nimmt das Schwert des Ritters an sich.

Der magische Schutzkreis um Berlin ist deutlich geschwächt.

1 Silvia Petermann und Alex gingen zusammen zur Schule und waren eng befreundet. Silvias Vater war ebenfalls Polizist und ein Freund von Alex Vater. (Verhältnis wie Harry und Murphy.)